{"id":148,"date":"2016-07-26T07:19:34","date_gmt":"2016-07-26T05:19:34","guid":{"rendered":"http:\/\/blogg.marioporten.de\/?p=148"},"modified":"2016-07-26T07:19:34","modified_gmt":"2016-07-26T05:19:34","slug":"was-uns-die-simple-mathematik-ueber-fuehrungsinvestitionen-lehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marioporten.de\/?p=148","title":{"rendered":"Was uns die simple Mathematik \u00fcber F\u00fchrungsinvestitionen lehrt"},"content":{"rendered":"<p>Schon in meiner Zeit als Bankvorstand hat es mich immer fasziniert, wie scheinbar einfach doch Entscheidungen \u00fcber Sachinvestitionen waren. Da konnte man meistens die Amortisationsdauer oder die Investitionsrendite perfekt berechnen und so ging es oft ganz schnell &#8211; Daumen hoch oder Daumen runter. Ein simples Beispiel eines Geldautomaten (um ein typisches Bankerbeispiel zu bem\u00fchen): rentiert sich ab xx Verf\u00fcgungen, ist das realistisch? Ja, also machen wir den. Entscheidungsdauer? Seien wir gro\u00dfz\u00fcgig &#8211; f\u00fcnf Minuten.<\/p>\n<p>Ganz anders die Entscheidungen \u00fcber Investitionen in Menschen, also z.B. Fortbildungsma\u00dfnahmen. Lohnt sich das wirklich? Wie kann man das messen? Wird \u00fcberhaupt etwas von dem Gelernten umgesetzt? Das kennen wir doch, kurzer Impulseffekt, dann kehrt nach jeder Schulung die alte Gewohnheit wieder ein. Also, soll man tats\u00e4chlich in Menschen investieren?<\/p>\n<p>Ich habe da eine klare Antwort: <strong>JA!<\/strong><\/p>\n<p>Das war schon als Bankvorstand mein wichtigstes Bet\u00e4tigungsfeld und ist es bis heute. Nun fragen Sie sicher warum bin ich da so sicher?<\/p>\n<p>Dazu nur wenige Aspekte und eine kurze &#8211; ganz einfache &#8211; mathematische Betrachtung:<\/p>\n<p>Erstens sind es am Ende immer die Menschen, die den Unterschied machen &#8211; nie etwas anderes. Oder gehen Sie in irgendein Gesch\u00e4ft, weil das Geb\u00e4ude so sch\u00f6n ist, wenn die Mitarbeiter dort unfreundlich und inkompetent oder die Waren schlecht sind? Das gilt noch viel mehr im Dienstleitungsbereich &#8211; es sind immer die Menschen, die den Erfolg ausmachen, alles andere ist vielleicht notwendige, aber niemals hinreichende Bedingung.<\/p>\n<p>Nun wissen wir aus unz\u00e4hligen Forschungen zur Arbeitsmotivation ziemlich gut, was Menschen auf Arbeit zufrieden macht und zufriedene Menschen arbeiten besser. Auf die Einzelheiten will ich hier nicht weiter eingehen, nur soviel: ganz vorne steht u.a. immer wieder der Sinn der Aufgabe, ausreichende Gestaltungsspielr\u00e4ume \u00a0und das gute Verh\u00e4ltnis zum Chef und zu den Kollegen.<\/p>\n<p>Alles Faktoren, die wesentlich von F\u00fchrungskr\u00e4ften beeinflusst werden k\u00f6nnen, was zu der &#8211; keineswegs neuen, aber immer wieder verkannten &#8211; Erkenntnis f\u00fchrt, das insbesondere F\u00fchrungskr\u00e4fte \u00fcber den Hebel zu mehr Mitarbeiterzufriedenheit und damit mehr Mitarbeiterproduktivit\u00e4t verf\u00fcgen. In einer Studie haben 80% der befragten Mitarbeiter, die ihrem Unternehmen gek\u00fcndigt hatten, ausgef\u00fchrt, sie verlie\u00dfen eigentlich gar nicht das Unternehmen, sondern nur ihren direkten Chef.<\/p>\n<p>Studien belegen \u2013 zum Teil schon seit Jahrzehnten \u2013 auch ziemlich zuverl\u00e4ssig, dass letztlich die F\u00fchrungskultur nachweislich einen signifikanten Einfluss auf die &#8211; in Deutschland \u00fcbrigens extrem schlechte (z.B. Gallup 2013 nur 15% haben eine starke Bindung, 24% gar keine) &#8211; Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen hat. Denn mehr Identifikation erzeugt mehr Engagement sowie weniger Krankheitstage und damit mehr Produktivit\u00e4t und mehr Kundenzufriedenheit mit allen positiven Nebenaspekten wie Folgegesch\u00e4fte oder Empfehlungsbereitschaft. Immer wieder wurde in Studien dieses mehr an Produktivit\u00e4t in besseren Ergebnissen von <strong>ca. 30%<\/strong> nachgewiesen &#8211; jedes Jahr.<\/p>\n<p>Wenn dem so ist, wird zumindest eine Investition in F\u00fchrungskr\u00e4fte dem Grunde nach rechenbar. Nehmen wir simpel an, der der Output liege bei 100 Einheiten p.a., so dass nach 10 Jahren 1000 Einheiten erzielt sind.\u00a0 30% mehr jedes Jahr: 1378 nach 10 Jahren &#8211; lohnt sich? Na klar!<\/p>\n<p>Fazit: Investitionen in gute F\u00fchrung lohnen sich nahezu immer und auch das ist inzwischen vielfach und von diversen Studienquellen belegt.<\/p>\n<p>Auch die moderne Hirnforschung belegt diesen Aspekt nochmals deutlich. F\u00fcr die Frage, wie schnell und erfolgreich neue Verhaltensmuster gelernt und (erfolgreich) umgesetzt werden k\u00f6nnen, ein immer wichtigerer Faktor in unserer modernen Arbeitswelt, kommt es besonders auf das emotionale Engagement an (Drath, 2015). Wer aber schafft das emotionale Engagement der Menschen? Na klar, das wissen Sie jetzt sofort &#8211; die F\u00fchrungskr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Zum Abschluss noch eine kurze Betrachtung dazu, in was man denn investieren soll, schlie\u00dflich gibt es doch viele F\u00fchrungskonzepte und noch dazu immer neue und vor allem immer komplexere. Mir steht nicht zu sagen, was gut ist und was schlecht. Mir fallen nur immer wieder zwei Aspekte besonders auf:<\/p>\n<p>Zum einen kommt oft der freudige Moment: &#8220;Hurra, ab morgen bin ich Chef!&#8221; Das Handwerkszeug wurde aber leider nicht vermittelt und ist &#8211; gerade im Mittelstand &#8211; auch nicht vorhanden. Woher auch, wenn bisher nicht gef\u00fchrt wurde? &#8220;Learning by doing&#8221; reicht dann schlicht nicht aus &#8211; experimentieren an Menschen gestattet nur sehr\u00a0begrenzt Fehler und Misserfolge. Ohne Frage kann man F\u00fchrung lernen, gerade im Grundlagenbereich von Motivation und Kommunikation. Die Investition in neue F\u00fchrungskr\u00e4fte ist Pflicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr den zweiten Aspekt, den ich immer wieder als nahezu den gr\u00f6\u00dften aller Hebel erlebt habe, m\u00f6chte ich es mit einem Zitat des von mir sehr gesch\u00e4tzten Alfred Herrhausen belassen, weil damit eigentlich alles gesagt ist:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-155\" src=\"http:\/\/blogg.marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Selbstf\u00fchrung-1-300x225.jpg\" alt=\"Selbstf\u00fchrung\" width=\"720\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Selbstf\u00fchrung-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Selbstf\u00fchrung-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Selbstf\u00fchrung-1.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Wo auch immer Sie f\u00fcr sich anfangen wollen &#8211; viel Erfolg!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon in meiner Zeit als Bankvorstand hat es mich immer fasziniert, wie scheinbar einfach doch Entscheidungen \u00fcber Sachinvestitionen waren. 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