{"id":292,"date":"2016-11-04T16:28:01","date_gmt":"2016-11-04T15:28:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blogg.marioporten.de\/?p=292"},"modified":"2016-11-05T10:12:28","modified_gmt":"2016-11-05T09:12:28","slug":"geld-allein-schiesst-keine-tore","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marioporten.de\/?p=292","title":{"rendered":"Geld (allein) schiesst keine Tore"},"content":{"rendered":"<p>von Roland Patzke<\/p>\n<p>Fu\u00dfball ist ein Spiel mit einfachen Regeln und komplexen Zusammenh\u00e4ngen, die das Ergebnis ausmachen. Und weil Menschen Komplexit\u00e4t nicht m\u00f6gen, da sie die Sicherheit reduziert, suchen sie im Fu\u00dfball (wie im Leben) nach simplen und bew\u00e4hrten Methoden, um Erfolg zu erreichen.<\/p>\n<p>Eine davon lautet: Gib viel Geld f\u00fcr die besten Spieler aus und die Siege sind vorprogrammiert. Und so \u00fcbertreffen sich die Vereine in jeder Saison um die h\u00f6chsten Abl\u00f6sesummen und Spielergeh\u00e4lter. Finanziert mit steigenden Einnahmen, die insbesondere von den Fernsehsendern in Milliardenh\u00f6he kommen.<\/p>\n<p>Da wirkt die ber\u00fchmte Aussage des Fu\u00dfballtrainers Otto Rehhagel: \u201eGeld schie\u00dft keine Tore!\u201c schon fast naiv. Er stellte in seiner Trainerzeit fest, dass Abl\u00f6seertr\u00e4ge zwar das Bankkonto aber nicht das Punktekonto des Vereins erh\u00f6hen und St\u00fcrmer, die viel Geld kosten und verdienen, nicht zwangsl\u00e4ufig mehr Tore schie\u00dfen. Es gibt heute keine Fu\u00dfballweisheit, die mehr polarisiert als dieses Rehhagel-Zitat. F\u00fcr beide Auspr\u00e4gungen gibt es viele fundierte Beispiele. Einerseits dominieren die reichen Vereine die nationalen Ligen (z. B. M\u00fcnchen, Paris, Barcelona), weil sie die besten Spieler kaufen k\u00f6nnen; andererseits gibt es immer Vereine, die auch ohne gigantische Ausgaben erfolgreich sind (z.B.Leiceister, M\u00f6nchengladbach, Atletico Madrid) oder mit viel Geld hinter den Erwartungen der Fans und Eigent\u00fcmer zur\u00fcckbleiben (z.B. Manchester United, Wolfsburg). Und bei Welt- und Europameisterschaften spielen die Geldsummen der Spieler eine untergeordnete Rolle im Wettbewerb um die begehrten Pokale.<\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr die Fu\u00dfballfans motivierend, dass Geld nicht allein entscheidend f\u00fcr die Tore und den Mannschaftserfolg ist und die Unw\u00e4gbarkeiten dieses \u201ebeautiful game\u201c nicht aufhebt. Und doch ist Geld im Fu\u00dfball wichtig, wenn man es \u201erichtig\u201c investiert. So wie es immer mehr Vereine tun. In Trainer und Management, Leistungs- und Nachwuchszentren, Scouting- und Medizinexperten. Und in Spieler, die nicht nur K\u00f6nner am Ball sind, sondern auch dem Spielsystem und vor allem den Mitspielern helfen, besser zu werden.<\/p>\n<p>Als Vereinsfan hat man zunehmend den Eindruck, dass das viele Geld f\u00fcr Spieler vor allem ein \u201eTor\u201c nicht schie\u00dft, n\u00e4mlich Spieler zu mehr Identifikation und Loyalit\u00e4t mit dem Verein zu bringen. Eher hat man das Gef\u00fchl, der Ruf nach noch mehr Geld und\/oder Image des n\u00e4chsten Vereins beherrschen den Fu\u00dfballer. So geht ein St\u00fcck gelebter Fu\u00dfballkultur verloren.<\/p>\n<p>L\u00e4sst sich dieses Geschehen auf dem Fu\u00dfballplatz auch auf die Wirtschaft und den Beruf \u00fcbertragen? Ich glaube, es ist in wesentlichen Aspekten Vorreiter f\u00fcr Unternehmen und Mitarbeiter. Bei der Identifikation auf jeden Fall. Die demografische Entwicklung und die in den n\u00e4chsten Jahren dominierende Generation Y werden \u00e4hnliche Tendenzen wie im Fu\u00dfball zeigen. Leistungsstarke Mitarbeiter und F\u00fchrungskr\u00e4fte f\u00fchlen sich immer mehr nur ihrem K\u00f6nnen verpflichtet und immer weniger ihrem Arbeitgeber. Bessere Arbeitsbedingungen und h\u00f6here Bezahlung werden zu h\u00e4ufigen Arbeitgeberwechseln f\u00fchren. Tradition und mangelnde Mobilit\u00e4t spielen eine immer geringere Rolle \u2013 so wie im Fu\u00dfball.<\/p>\n<p>Obwohl hohe Geh\u00e4lter ihre Grenzen im Beruf haben. Der Nobelpreistr\u00e4ger Daniel Kahnemann hat in einer weltweiten Untersuchung festgestellt, dass die Wirkung des Geldes bei 60.000 Euro brutto pro Jahr endet, um Gl\u00fcckgef\u00fchle und Motivation zu erh\u00f6hen. Danach werden andere Aspekte, wie die Zusammenarbeit im Team und kompetente F\u00fchrung immer wichtiger. Und vor allem die Inhaltsqualit\u00e4t der T\u00e4tigkeit. So wie bei Fu\u00dfballern, f\u00fcr die viel Geld selbstverst\u00e4ndlich geworden ist. Sie m\u00f6chten spielen d\u00fcrfen (aufgestellt werden), ihr K\u00f6nnen zeigen sowie, dass \u201eder Trainer sie besser macht.\u201c<\/p>\n<p>Der Mangel an kompetenten Mitarbeitern wird zuk\u00fcnftig noch deutlicher werden und der Wettbewerb um sie auch \u00fcber die Geh\u00e4lter ausgetragen. Wie Otto Rehhagel sollte man jedoch nicht unterstellen, dass mit mehr Geld auch zwangl\u00e4ufig sofort eine st\u00e4rkere Leistung kommt. Vielmehr sollten die F\u00fchrungskr\u00e4fte darauf achten, das K\u00f6nnen auszubauen und die entsprechenden M\u00f6glichkeiten im Beruf einzur\u00e4umen. Dann k\u00f6nnte es eine Erfolgsstory werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Roland Patzke Fu\u00dfball ist ein Spiel mit einfachen Regeln und komplexen Zusammenh\u00e4ngen, die das Ergebnis ausmachen. 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