{"id":2962,"date":"2021-04-03T05:00:00","date_gmt":"2021-04-03T03:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marioporten.de\/?p=2962"},"modified":"2021-02-27T08:47:31","modified_gmt":"2021-02-27T07:47:31","slug":"der-mp-impuls-zum-wochenende-62","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marioporten.de\/?p=2962","title":{"rendered":"Der MP Impuls zum Wochenende"},"content":{"rendered":"\n<p>Samstagmorgen kurz nach 6. Wie an jedem Morgen gehe ich die Treppe hinunter und das Erste, was ich stets tue, ist die Verbindungst\u00fcr in den Teil unseres Hauses zu \u00f6ffnen, indem unsere Katze ihre Nacht verbringt. Sie hat drei Zimmer, in denen sie sich aufhalten kann, damit sie in der Nacht nicht durch das ganze Haus streift und auch damit sie sich sicher f\u00fchlt. Ich \u00f6ffne die T\u00fcre und\u2026, unsere Katze ist nicht da.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Katze ist immer da, wenn ich diese T\u00fcre \u00f6ffne und das seit ann\u00e4hernd 10 Jahren. Au\u00dfer im April letzten Jahres, da hatte sie eine schwere Erkrankung und etwa vier Wochen lang stand sie morgens nicht an der T\u00fcr, wenn ich die Treppe hinunterkam. Jeden Morgen suchte ich sie in irgendeiner Ecke der R\u00e4ume, in der sie sich versteckt hatte. Ihre Kontaktfreudigkeit war gewichen, ihre Esslust auch. Schlie\u00dflich bekamen wir dank der Hilfe unserer Tier\u00e4rztin die Bauchspeicheldr\u00fcsenentz\u00fcndung gut in den Griff und seitdem galt wieder: wenn ich die T\u00fcre \u00f6ffne, ist unsere Katze da &#8211; heute nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Sofort schossen mir die Gedanken durch den Kopf: Oh Gott, vielleicht ein R\u00fcckfall?! Ich lief durch die Zimmer und suchte sie, fand sie jedoch nicht. Wo kann sie sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich h\u00f6rte ich sie im Katzenklo scharren und atmete erleichtert auf &#8211; sie war gerade auf Toilette.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/minimalism-4846000-1024x729.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2964\" width=\"428\" height=\"304\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/minimalism-4846000-1024x729.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/minimalism-4846000-300x214.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/minimalism-4846000-768x547.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/minimalism-4846000-1536x1094.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/minimalism-4846000-2048x1458.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/minimalism-4846000-1200x854.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 428px) 85vw, 428px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Es geht so schnell und pl\u00f6tzlich haben wir Gedanken im Kopf, die wir eigentlich nicht haben wollen. Wir denken an das Schlimmste und nicht an das vielleicht Naheliegendste oder gar an das Positivste.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenig sp\u00e4ter \u00e4rgerte ich mich: Warum reagierst du so ? Du wolltest doch viel gelassener bleiben, Abby (unserer Katze) passiert schon nichts. Leichter gesagt als getan.<\/p>\n\n\n\n<p>So etwas haben Sie auch schon erlebt ? Ja, so etwas haben wir wahrscheinlich alle schon einmal erlebt und es ist auch ganz normal.<\/p>\n\n\n\n<p>Was war passiert? Unser Gehirn nimmt st\u00e4ndig eine Prognose vor, was aus unseren Erfahrungswerten heraus wohl gleich passieren wird. Passiert das dann nicht, kriegen wir das, was wir einen Schreck nennen. Vielleicht haben Sie ja schon mal eine Treppenstufe verpasst, w\u00e4hrend Sie gerade eine Treppe hinabstiegen? Dann wissen Sie sofort, was ich meine. Es ist der gleiche Effekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Hirnforscher w\u00fcrde Ihnen jetzt erkl\u00e4ren, dass mit dem Schreck die Aussch\u00fcttung bestimmter Hormone verbunden ist und wir deshalb erstmal in ein Verhaltensmuster zur\u00fcckfallen, in dem unsere logische Denkf\u00e4higkeit eingeschr\u00e4nkt wird und automatische Verhaltensmuster aktiviert werden. Die neurobiologischen Details ersparen wir uns an dieser Stelle. &nbsp;So war das auch bei mir. Meine Automatik lautete: oje, die Katze liegt sicher krank in irgendeiner Ecke. Ich muss sofort nach ihr suchen. Zum Gl\u00fcck eine Fehleinsch\u00e4tzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hirnforschung hat uns in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse gebracht. Eine davon ist, dass wir nach Gl\u00fccksmaximierung und Schmerzvermeidung streben. Wenn wir so zusagen aus 10000 Meter H\u00f6he auf unsere Gehirnaktivit\u00e4t schauen, dann verfolgt unser Gehirn nur diese zwei \u00fcbergeordneten Ziele (neben der Erhaltung der lebenswichtigen Funktionen). Werden unsere Erwartungen, die wir gerade haben, nicht erf\u00fcllt, wird das Schmerzzentrum aktiviert und es kommt zur Aussch\u00fcttung der entsprechenden Hormone. Dies passiert, ob wir das wollen oder nicht. Es ist kein willentlicher und damit kein steuerbarer Prozess. Ich bin also v\u00f6llig zu Unrecht mit mir so hart ins Gericht gegangen und habe mich ge\u00e4rgert, dass ich nicht viel gelassener reagiert habe. Meine Reaktion lag weitgehend au\u00dferhalb meiner Steuerungsf\u00e4higkeit.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/brain-4961452-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2597\" width=\"483\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/brain-4961452-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/brain-4961452-300x200.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/brain-4961452-768x512.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/brain-4961452-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/brain-4961452-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/brain-4961452-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 483px) 85vw, 483px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Im Alltag begegnen uns solche oder \u00e4hnliche Situationen immer wieder. Sie passieren im Privatleben oder im Beruf. Aus unseren Erfahrungen heraus erwarten wir etwas, weil es immer so war, und pl\u00f6tzlich passiert etwas ganz anderes. Das bringt sofort unser Gedankenkarussell in Gang und in der Regel malen wir uns Szenarien aus, die deutlich schlechter sind als das, was dann tats\u00e4chlich eintrifft. Wir neigen dazu, uns auf das negative zu fokussieren und uns wilde Gedankenmodelle auszumalen, die meist in der Realit\u00e4t gar nicht zum Tragen kommen. Eine ganz menschliche und, wie wir inzwischen wissen, auch eine ganz nat\u00fcrliche Reaktion. Wenn unser Schmerzzentrum aktiviert wird und entsprechende Hormone aussch\u00fcttet, k\u00f6nnen wir nicht gleichzeitig positiv denken und sagen: \u201eAch wunderbar, es wird bestimmt noch viel besser sein, als ich das \u00fcblicherweise erwarten konnte!\u201c Das passt halt nicht zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun also Sie:<\/p>\n\n\n\n<p>In welcher Situation wurden Sie schon einmal \u00fcberrascht und das, was Sie erwartet haben, ist nicht eingetreten?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie ging es Ihnen damit und wie haben Sie reagiert?<\/p>\n\n\n\n<p>Sind Sie auch mit sich ins Gericht gegangen und haben sich ge\u00e4rgert, dass Sie nicht positiver oder gelassener geblieben sind?<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ja, es ist so menschlich und vielleicht f\u00e4llt es Ihnen nach dieser kleinen Geschichte leichter, mit sich selbst etwas weniger streng zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201aKann man das denn \u00fcben, gelassener zu sein\u2018, &nbsp;geht es Ihnen vielleicht durch den Kopf? Schlie\u00dflich h\u00f6rt man doch so oft den Satz: Expect the unexpected!<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht kann man das \u00fcben &#8211; bis zu einem gewissen Punkt, aber wir bleiben halt immer Menschen und deshalb wird es auch immer diese Reaktionen geben, die wir nicht vollst\u00e4ndig steuern k\u00f6nnen, weil sie au\u00dferhalb unseres bewussten Handelns liegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde: Das ist doch gut so und w\u00fcnsche Ihnen ein sch\u00f6nes Wochenende.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-1024x791.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2659\" width=\"497\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-1024x791.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-300x232.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-768x593.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-1536x1187.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-2048x1582.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-1200x927.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 497px) 85vw, 497px\" \/><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samstagmorgen kurz nach 6. 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