{"id":3299,"date":"2021-07-17T05:00:00","date_gmt":"2021-07-17T03:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marioporten.de\/?p=3299"},"modified":"2021-06-12T14:48:59","modified_gmt":"2021-06-12T12:48:59","slug":"der-mp-impuls-zum-wochenende-76","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marioporten.de\/?p=3299","title":{"rendered":"Der MP Impuls zum Wochenende"},"content":{"rendered":"\n<p>Es gibt Menschen, die haben viele Ideen, ihnen f\u00e4llt immer etwas ein und sie k\u00f6nnen sehr gut regelm\u00e4\u00dfig neue Dinge produzieren. Eigentlich war mein Klient, ein Journalist, so ein Mensch. Er schrieb gerne und viel und er hatte keine Probleme seine w\u00f6chentliche Kolumne in einem Magazin zu f\u00fcllen. Ich hatte ihn schon l\u00e4nger nicht mehr gesehen, als er mich um einen neuen Termin bat.<\/p>\n\n\n\n<p>Er kam schnell zur Sache.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMir f\u00e4llt nichts mehr ein!\u201c, sagte er und sah mich erwartungsvoll an. Ich verstand nicht recht, was er bemerkte und nachlegte: \u201eIch habe keine Ideen mehr f\u00fcr meine Kolumne. Es kam pl\u00f6tzlich, als es wieder einmal an der Zeit war, neue Texte zu schreiben, weil ich nur noch f\u00fcr vier Wochen vorproduziert hatte. Also setzte ich mich an meinen Laptop, aber anstatt wie sonst einfach loszuschreiben, starrte ich auf den Bildschirm und mir fiel einfach nichts ein, was ich schreiben k\u00f6nnte. Schreibblockade \u2013 aus die Maus \u2013 absolut nichts viel mir mehr ein. Was mache ich denn jetzt?\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/idea-152213-1024x577.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3302\" width=\"482\" height=\"271\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/idea-152213-1024x577.png 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/idea-152213-300x169.png 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/idea-152213-768x432.png 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/idea-152213-1536x865.png 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/idea-152213-1200x676.png 1200w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/idea-152213.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 482px) 85vw, 482px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der Gesichtsausdruck meines Coachingnehmers hatte sich mit einem Schlag ver\u00e4ndert. Mit einem Mal stand ihm Panik ihm Gesicht. Er hatte offenbar Angst, dass er seinen Beruf nicht mehr aus\u00fcben k\u00f6nnte, dass ihn eine dauerhafte Schreibblockade erfasst hatte und seine Kreativit\u00e4t, die ihn \u00fcber Jahre getragen hatte und die f\u00fcr ihn die wichtigste Grundlage seines Berufs war, f\u00fcr immer versiegt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir wurde klar, dass bei ihm das \u201eKopfkino\u201c eingesetzt hatte. Er hatte begonnen, sich wilde Horrorszenarien auszumalen und sich in diese hineingesteigert. Die Panik in seinem Gesicht war echte Angst, Existenzangst, denn bislang hatte er immer und sehr erfolgreich als Journalist gearbeitet. Einen anderen Beruf konnte er sich nicht vorstellen, er sah sich wirklich in seinen wirtschaftlichen Grundlagen gef\u00e4hrdet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich k\u00fcrze die Erz\u00e4hlung dieses Coachings hier ab \u2013 es wurde ein intensiver Abend, dessen Schilderung den Umfang dieses Impulses sprengen w\u00fcrde. Gehen wir daher gleich zum Ergebnis und das tun wir am besten, in dem ich Ihnen ein paar vorher- \/ nachher-Formulierungen meines Klienten anbiete.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>vorher<\/strong><\/td><td><strong>nachher<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>\u201eIch bin ein Versager, mir f\u00e4llt nichts mehr ein.\u201c &nbsp;<\/td><td>\u201eIch bin ein gro\u00dfartiger Journalist, der \u00fcber Jahre jede Woche eine wunderbare Kolumne geschrieben hat, die viele Menschen begeistert hat, was zahlreiche Leserbriefe belegen.\u201c &nbsp;<\/td><\/tr><tr><td>\u201eIch habe keine neuen Ideen mehr, wahrscheinlich werde ich nie wieder neue Ideen haben.\u201c<\/td><td>\u201eIch habe gerade eine kreative Pause, die habe ich mir nach so vielen Jahren auch verdient.\u201c<\/td><\/tr><tr><td>\u201eWas soll ich nur tun, wenn ich keine Ideen mehr habe. Wie soll ich jede Woche eine Kolumne schreiben?\u201c<\/td><td>\u201eVielleicht brauche ich eine Neufokussierung und m\u00f6chte k\u00fcnftig andere Texte schreiben. Kolumnen reizen mich eigentlich auch nicht mehr.\u201c<\/td><\/tr><tr><td>\u201eIch f\u00fchle mich gerade vollkommen \u00fcberfordert.\u201c<\/td><td>\u201eIch brauche eine neue Herausforderung.\u201c<\/td><\/tr><tr><td>\u201eSchreibblockade\u201c<\/td><td>\u201eKreativpause\u201c<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/change-717488-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2635\" width=\"452\" height=\"452\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/change-717488-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/change-717488-300x300.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/change-717488-150x150.jpg 150w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/change-717488-768x768.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/change-717488-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/change-717488.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/change-717488-1200x1200.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 452px) 85vw, 452px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Sie merken vielleicht bei der Lekt\u00fcre dieser Zitate, wo das Problem lag und auch, wie leicht es meinem Klienten schlie\u00dflich fiel, es zu l\u00f6sen. Er hatte einfach zu lange jede Woche kreativ sein m\u00fcssen, das f\u00e4llt nahezu jedem Menschen schwer. In kurzen Abst\u00e4nden musste er liefern, immer etwas Neues, immer den Zeitgeist treffen. Er war -sozusagen- ausgelaugt. Doch das war nur die eine H\u00e4lfte des Problems. Die andere war die Routine, die ihn erfasst hatte. Jede Woche eine Kolumne, immer das gleiche Magazin, immer die gleichen Leser, immer das gleiche Layout. Routine kann t\u00f6dlich sein. Unbewusst begehrte er wahrscheinlich schon lange nach Neuem, nach einer neuen Herausforderung. Nur bewusst geworden war ihm das bislang nicht, daf\u00fcr schickte das Unterbewusstsein dann irgendwann ein deutliches Signal. Mein Klient nannte es \u201eSchreibblockade\u201c und damit sa\u00df er gerade bei mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir alle brauchen von Zeit zu Zeit Abwechslung in unserem Tun. Wir brauchen neue Herausforderungen, an denen wir wachsen k\u00f6nnen, sonst verk\u00fcmmern wir. Wenn das passiert, gehen uns auch die Dinge, die wir jahrelang mit Leichtigkeit erfolgreich getan haben, pl\u00f6tzlich nicht mehr von der Hand. Sp\u00e4testens dann wird es Zeit f\u00fcr Neues!<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Klient hatte nach seiner Neufokussierung schnell wieder neue Ideen und die n\u00e4chsten Kolumnen gingen ihm wieder leicht von der Hand. Die Kreativpause als etwas ganz normales zu akzeptieren hatte ihn wieder \u201ein die Spur gebracht\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann, etwa drei Monate nach unserem Termin las ich seine aktuelle Kolumne. Der Titel lautete:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>\u201eTime to say goodbye.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Er ging ganz offen damit um, warum er mit seiner Kolumne aufh\u00f6rte. Er schilderte die Gespr\u00e4che mit der Redaktion und stellte sein neues Projekt vor: Zuk\u00fcnftig w\u00fcrde er weniger schreiben, daf\u00fcr intensiver recherchieren, mehr Tiefe im Inhalt, weniger Frequenz in der Publikation. Er wollte sich mit wissenschaftlichen Themen besch\u00e4ftigen, seinen Horizont erweitern und sich als Journalist fortentwickeln. Seinen Lesern blieb er treu, bis heute schreibt er f\u00fcr das gleiche Magazin.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz nach dem Erscheinen dieser Kolumne bekam ich von ihm eine Postkarte, auf der strahlender Sonnenschein zu sehen war und das obige Zitat.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/self-care-2904778-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2817\" width=\"416\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/self-care-2904778-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/self-care-2904778-300x200.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/self-care-2904778-768x512.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/self-care-2904778-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/self-care-2904778-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/self-care-2904778-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 416px) 85vw, 416px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Was geht Ihnen gerade schwer von der Hand? Womit f\u00fchlen Sie sich \u00fcberfordert?<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Routinen erdr\u00fccken Sie gerade?<\/p>\n\n\n\n<p>Wovon br\u00e4uchten Sie dringend eine Pause? Warum nehmen Sie sich diese Pause nicht?<\/p>\n\n\n\n<p>Ist es vielleicht sogar an der Zeit, etwas ganz zu beenden und mit etwas Neuem anzufangen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein sch\u00f6nes Wochenende!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Menschen, die haben viele Ideen, ihnen f\u00e4llt immer etwas ein und sie k\u00f6nnen sehr gut regelm\u00e4\u00dfig neue Dinge produzieren. Eigentlich war mein Klient, ein Journalist, so ein Mensch. Er schrieb gerne und viel und er hatte keine Probleme seine w\u00f6chentliche Kolumne in einem Magazin zu f\u00fcllen. 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