{"id":3353,"date":"2021-06-28T06:50:39","date_gmt":"2021-06-28T04:50:39","guid":{"rendered":"https:\/\/marioporten.de\/?p=3353"},"modified":"2021-06-28T06:50:40","modified_gmt":"2021-06-28T04:50:40","slug":"arbeitswelt-und-fuehrung-aktuelle-trends-und-umfragen-ausgabe-28-06-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marioporten.de\/?p=3353","title":{"rendered":"Arbeitswelt und F\u00fchrung: aktuelle Trends und Umfragen, Ausgabe 28.06.2021"},"content":{"rendered":"\n<p>Dass Unternehmen, die von ihren Mitarbeitenden als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen werden, erfolgreicher sind, konnte man erwarten. Ein als attraktiv empfundener Arbeitgeber l\u00e4sst eine h\u00f6here emotionale Bindung der Besch\u00e4ftigten, eine h\u00f6here Motivation und Leistungsbereitschaft und damit verbunden eine h\u00f6here Produktivit\u00e4t der Mitarbeitenden erwarten. Dass derartige Unternehmen erfolgreicher sind, \u00fcberrascht nicht. So liefert die aktuelle Trendstudie der Universit\u00e4t St. Gallen, f\u00fcr die 8300 Personen aus 53 deutschen Unternehmen befragt wurden, denn auch eher wichtige Erkenntnisse im Detail. Spannend ist zum einen die Frage, wie deutlich denn die Unterschiede zu anderen Unternehmen ausfallen, denn das definiert ja ma\u00dfgeblich den Anreiz der Unternehmen, in die eigene Attraktivit\u00e4t als Arbeitgeber zu investieren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"425\" height=\"282\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_40254097_XS-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1955\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_40254097_XS-1.jpg 425w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_40254097_XS-1-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 425px) 85vw, 425px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Unterschiede gegen\u00fcber Unternehmen, die von ihren Besch\u00e4ftigten nicht als attraktive Arbeitgeber eingestuft werden, fallen deutlich aus:<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmenswachstum +28%<br>Produktivit\u00e4t +23%<br>Innovationskraft +24%<br>Gesamtunternehmensleistung +19%<\/p>\n\n\n\n<p>Die Anreize, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, sind also \u00fcppig. Da ist es erfreulich, dass die Studie auch gleich die wichtigsten drei Treiber mitliefert, an denen die Befragten festmachten, ob sie ihren Arbeitgeber attraktiv finden oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist zun\u00e4chst eine moderne Unternehmenskultur zu nennen. Eine solche zeichnet sich durch eigenverantwortliche und flexible Arbeitsstrukturen, agile Arbeitsmethoden und eine inspirierende F\u00fchrung aus. Vertrauen ist ein weiterer Treiber und schlie\u00dflich ist noch das interne Unternehmertum zu nennen. Es ist offenbar den Menschen wichtig, sich an den innovativen Ideen und der Unternehmensentwicklung aktiv beteiligen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine sehr wertvolle Befragung liegt da meines Erachtens auf dem Tisch, denn sie gibt klare Leitlinien, auf welche Einflussfaktoren die Unternehmen ihre Aufmerksamkeit richten sollten. Und lohnen wird es sich offenbar auf jeden Fall!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_109233599_S.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-533\" width=\"390\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_109233599_S.jpg 849w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_109233599_S-300x200.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_109233599_S-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 390px) 85vw, 390px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Da passen auch die Erkenntnisse \u00fcber Zukunftskompetenzen gut ins Bild, die die Weiterbildungsplattform Degreed in einer weltweiten Umfrage pr\u00e4sentiert. Greift man aus dieser nur die deutschen Ergebnisse heraus, so bleiben immer noch 500 Befragte \u00fcbrig. Die TOP 4 der Zukunftskompetenzen ergaben sich dabei wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>F\u00fchrungs- und Managementskills<\/li><li>Kommunikation und Verhandlungsgeschick<\/li><li>IT- und Programmierskills<\/li><li>Kreativit\u00e4t<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Deutschland kam die Studie damit zu \u00e4hnlichen Ergebnissen wie weltweit, wobei in anderen L\u00e4ndern Unternehmergeist und Eigeninitiative zus\u00e4tzlich hoch gewichtet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Befragung verdeutlicht auch m\u00f6gliche Konsequenzen f\u00fcr die Unternehmen, die ihren Besch\u00e4ftigten keine Chancen einr\u00e4umen, sich in den Schl\u00fcsselqualifikationen weiterzubilden, denn fast die H\u00e4lfte der Befragten signalisierte f\u00fcr diesen Fall eine m\u00f6gliche K\u00fcndigung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ruhr Universit\u00e4t Bochum hat sich mit einer weiteren f\u00fcr Unternehmen interessanten Fragestellung befasst. Sie untersuchte den Zusammenhang zwischen variablen Verg\u00fctungsmodellen und dem Krankenstand der Mitarbeitenden. Daf\u00fcr begleitete sie ein Jahr lang 800 Besch\u00e4ftigte bei der Umstellung des Verg\u00fctungssystems von 80% variabler hin zu 80% fixer Verg\u00fctung. Die Ergebnisse der Studie zeigen eine eindeutige Relation: Die Anzahl der Krankschreibungen steigt mit dem Anteil der variablen Verg\u00fctungsteile an, was auch in weiteren Studien belegt wurde. Als Wendepunkt gilt dabei ein variabler Verg\u00fctungsanteil von 30%. Liegt der variable Anteil oberhalb dieser Marke, ist mit einem deutlichen Anstieg der Erkrankungen zu rechnen. Die Studienautoren f\u00fchren dies auf ein erh\u00f6htes Stresslevel zur\u00fcck, welches zun\u00e4chst zu verminderter Leistungsf\u00e4higkeit und schlie\u00dflich zu Krankheit f\u00fchrt. Unternehmen sollten also gut \u00fcberdenken, wie hoch sie die variablen Verg\u00fctungsanteile Ihrer Mitarbeitenden dosieren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_129986503_S-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1932\" width=\"445\" height=\"297\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_129986503_S-2.jpg 849w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_129986503_S-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_129986503_S-2-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 445px) 85vw, 445px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Interessant ist auch die Frage, was F\u00fchrungskr\u00e4fte nun konkret tun k\u00f6nnen, um ihren Beitrag zum erfolgreichen Unternehmen zu leisten. Auch dazu lohnt ein Blick in aktuelle Befragungsergebnisse, wie z.B. denen der Darden Business School in Virginia, die sich mit ethischer F\u00fchrung besch\u00e4ftigt hat. Bei ihren Untersuchungen mit Kadetten der Milit\u00e4rakademie von West Point gelangten die Forscher zu dem Ergebnis, dass Teams von F\u00fchrungskr\u00e4ften, die bestimmte Werte vorlebten, als Vorbild anerkannt waren und hohes Vertrauen genossen bis zu viermal besser mit R\u00fcckschl\u00e4gen umgehen konnten als Teams, bei deren F\u00fchrungskr\u00e4ften das nicht der Fall war. Ethische F\u00fchrung, so nennen die Studienautoren ein solches F\u00fchrungsverhalten, zahlt sich also auf jeden Fall aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass ich den Begriff \u201etoxische\u201c F\u00fchrung nicht besonders mag, habe ich schon mehrfach in diesem Blog ausgef\u00fchrt. Gift f\u00fchrt in der Regel zum Tod und das geht mir in Sachen F\u00fchrung dann doch zu weit. Unabh\u00e4ngig von diesem Begriff hat eine Untersuchung der K\u00fchne Logistics University gezeigt, dass F\u00fchrungskr\u00e4fte, die einen Teil ihrer Mitarbeitenden deutlich besser behandeln als andere, sogar ihre \u201eLieblinge\u201c in die Flucht schlagen, den Teil, den sie schlecht behandeln, nat\u00fcrlich erst recht. Die Bevorzugten f\u00fcrchten offenbar, ihre Kolleginnen und Kollegen k\u00f6nnten annehmen, sie seien mit der F\u00fchrungskraft verb\u00fcndet und sch\u00e4men sich daf\u00fcr. Die schlecht behandelten sch\u00e4men sich hingegen daf\u00fcr, dass sie offenbar so schlechte Leistungen erbringen und wo sich alle sch\u00e4men, entsteht kein fruchtbares Arbeitsklima mehr. Die Untersuchung hat sogar gezeigt, dass F\u00fchrungskr\u00e4fte besser fahren w\u00fcrden, wenn sie alle schlecht behandeln \u2013 Ungleichbehandlung ist die schlechteste Variante von allen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schluss der Befragungsergebnisse noch zwei wissenswerte Blitzlichter:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erinnerung an die eigene Selbstwirksamkeit st\u00e4rkt einer Studie der Uni Z\u00fcrich zu Folge die Resilienz. Selbstwirksamkeit ist der Glaube, die Dinge wenigstens im Kleinen beeinflussen zu k\u00f6nnen. Wer sich an solche positiven Erlebnisse erinnert, geht besser mit negativen Erfahrungen um. An positive Erlebnisse kann man als F\u00fchrungskraft gut erinnern, um die Selbstwirksamkeit wieder ins Bewusstsein zu r\u00fccken. Auch wird wieder einmal mehr belegt: Die Mitarbeitenden zu beteiligen und mitgestalten zu lassen, ist nie der falsche Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Haben Sie schon das Thema Homeoffice vermisst, das in den letzten Monaten fast alle Befragungen dominiert hat? Ein Blitzlicht noch dazu: Eine Studie der Universit\u00e4ten in Gie\u00dfen und Rotterdam hat gezeigt, dass Menschen, die ihre Freizeit z.B. mit Sport oder dem Lernen einer Sprache aktiv gestalten, wesentlich besser mit den Stressbelastungen des Homeoffice klarkommen, als die \u201eCouchpotatos\u201c. Wenn das f\u00fcr heute kein sch\u00f6ner Schlussappel ist: Gestalten Sie Ihre Freizeit aktiv, dann geht es Ihnen besser!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-small-font-size\"><em>Alle genannten Studien wurden ver\u00f6ffentlicht in der Ausgabe 7\/2021 von managerseminare.<\/em><br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Unternehmen, die von ihren Mitarbeitenden als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen werden, erfolgreicher sind, konnte man erwarten. 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