{"id":3406,"date":"2021-09-04T05:00:00","date_gmt":"2021-09-04T03:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marioporten.de\/?p=3406"},"modified":"2025-05-21T15:58:28","modified_gmt":"2025-05-21T13:58:28","slug":"der-mp-impuls-zur-selbstreflexion-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marioporten.de\/?p=3406","title":{"rendered":"Der MP Impuls zur Selbstreflexion"},"content":{"rendered":"\n<p>Als ich das \u00fcbergro\u00dfe Buch zuschlug, hielt ich es noch viele Minuten in der Hand. Ich sa\u00df auf meiner Terrasse in der Abendsonne und hatte mehr gebl\u00e4ttert als gelesen. Es war ein Bildband, den ich in den H\u00e4nden hielt und der ohnehin sp\u00e4rliche Text war zweitrangig. Die Bilder sollten beim Leser, oder in diesem Fall besser Betrachter, Wirkung entfalten und jedenfalls bei mir taten sie es. Es war ein Bildband der 10 Jahre dauernde Expeditionen zusammenfasste auf den Spuren der letzten Schneeleoparden, die noch auf der Welt leben. Das Team um den bekannten Tierfotografen Vicent Munier war unterwegs in Tibet, so gut wie nie unterhalb von 4000 H\u00f6henmetern. Die Landschaften auf den Bildern muteten unwirklich an, bizarre Felsen, die K\u00e4lte vor Ort war sichtbar in Eis und Schnee: Tags\u00fcber -20 Grad Celsius, nachts bis -35 Grad Celsius. Es f\u00fchlte sich komisch an, aber die Bilder machten die K\u00e4lte sogar sp\u00fcrbar, hier im Hochsommer in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte ein Buch (Syvain Tesson, Der Schneeleopard) \u00fcber diese Expeditionen gelesen und war dadurch auf diesen Bildband gesto\u00dfen. Die Bilder waren gro\u00dfartig, sie zogen mich in ihren Bann. Die skurrilen Landschaften, das Eis und die Leere, die auf vielen Bildern zu sehen war. Kein Vergleich mit der dichten Bebauung bei uns, selbst wenn Sie ein kleines, weitl\u00e4ufiges Dorf als Vergleichsma\u00dfstab nehmen. Und schlie\u00dflich die Sch\u00f6nheit der Tiere, allen voran des Schneeleoparden. Er wirkte majest\u00e4tisch, erhaben und bildsch\u00f6n. Doch auch die anderen Tiere strahlten Sch\u00f6nheit aus, obwohl sie im klassischen Sinne gar nicht unbedingt sch\u00f6n sind, wobei in besonders an die m\u00e4chtigen Yaks denke. Wilde, zottelige B\u00fcffel mit gro\u00dfen H\u00f6rnern \u2013 sch\u00f6n sind die eigentlich nicht. Doch sind sie, es ist alles eine Frage des Betrachtungswinkels.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/snow-leopard-1758248-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3430\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/snow-leopard-1758248-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/snow-leopard-1758248-300x200.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/snow-leopard-1758248-768x512.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/snow-leopard-1758248-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/snow-leopard-1758248-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/snow-leopard-1758248-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Big Cat Snow Leopard<\/p>\n\n\n\n<pre id=\"tw-target-text\" class=\"wp-block-preformatted\">https:\/\/bigcatfacts.net\/snow-leopard-reproduction-mating-and-offspring\/ <\/pre>\n\n\n\n<p>Da sa\u00df ich nun also und was war es, das gerade mit mir geschah? Ich hatte den m\u00e4chtigen Bildband immer noch auf meinen Beinen liegen, meine Gedanken waren noch immer in Tibet, einem Land, dass ich pers\u00f6nlich nie zu Gesicht bekommen werde und \u00fcber das ich so wenig wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst heute, etwa zwei Wochen sp\u00e4ter, wird mir klar, was in diesen Minuten wirklich geschah \u2013 ich genoss die Sch\u00f6nheit der Natur. \u201eAber kann man den Schnee, das Eis und einzelne Tiere in skurriler Landschaft genie\u00dfen?\u201c, fragen Sie sich gerade. Ja, ich konnte das, genau in diesem Moment. Ich war frei im Kopf, m\u00fc\u00dfig in der Zeit und bereit zu reisen mit allen Sinnen in eine andere Welt, die Natur genie\u00dfend.<\/p>\n\n\n\n<p>Genuss, das ist das \u201eZauberwort\u201c in diesem Impuls, denn ich erlebe so viele Menschen, die nicht mehr genie\u00dfen k\u00f6nnen. Unsere Zeit ist so hektisch und schnelllebig geworden, die Themen wechseln permanent, die Katastrophen sind so bedrohlich geworden, es ist immer etwas zu tun. F\u00fcr Genuss bleibt da oftmals keine Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Genie\u00dfen ist etwas Wundervolles, es tut uns gut, es w\u00e4rmt die Seele. Immer wieder frage ich meine Klienten: \u201eWas tut Dir gut, was kannst Du genie\u00dfen?\u201c Es macht mich gl\u00fccklich, wenn ich sp\u00fcre, dass da spontane, ehrliche Antworten kommen, Antworten aus dem Innersten heraus. Dann wei\u00df ich, da ist jemand auf einem guten Weg, meine Coachingmaxime zu erreichen: Ich m\u00f6chte Menschen zufriedener und dadurch auch erfolgreicher machen. Doch immer wieder schauen mich zwei Augen fragend an, als h\u00e4tten sie meine Frage nicht verstanden und mein Gegen\u00fcber murmelt: \u201eTja, was tut mir gut\u2026?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Viele von uns haben leider verlernt, zu genie\u00dfen. Sie sind nicht mehr bei sich, sondern st\u00e4ndig irgendwo anders, getrieben von Themenvielfalt, Sorgen, Aufgaben, eigenen und fremden Anspr\u00fcchen und vielem mehr. Doch genie\u00dfen kann man nur bei sich und f\u00fcr sich, zuerst muss man wissen, was es ist, das einem gut tut, dann kommt der Genuss.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ich konnte fr\u00fcher nur schlecht genie\u00dfen, f\u00fcr mich galt alles, was oben geschrieben steht. Ich war getrieben, selten oder nie wirklich bei mir, mein Kopf arbeitete immer, die Seele \u201ebaumelte\u201c nie, Genuss kannte ich nicht wirklich. Ich habe es gelernt und Sie k\u00f6nnen es auch, Sie werden es sp\u00fcren, wenn Sie wirklich genie\u00dfen, wenn Sie ganz bei sich sind, es ist so sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p>Genuss kann von allen Sinnen ausgehen. Mein Beispiel war visuell, die Bilder sogen mich in Ihren Bann. Viele Menschen k\u00f6nnen wirklich genie\u00dfen, wenn sie sich ganz dem Geschmack hingeben, z.B. bei einem guten, stressfreien Essen oder auch nur dem Cappuccino in der Abendsonne auf der Terrasse. Andere versinken in klassischen Konzerten und gehen ganz im H\u00f6ren auf. Und ich kenne auch Menschen, die k\u00f6nnen genie\u00dfen, bei Sturm an der Nordsee spazieren zu gehen, den kalten Wind im Gesicht \u2013 einfach sp\u00fcren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"934\" height=\"514\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_144682275_S.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3431\" style=\"width:479px;height:263px\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_144682275_S.jpg 934w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_144682275_S-300x165.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_144682275_S-768x423.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ganz besonders sch\u00f6n wird es, wenn man das eigene Tun genie\u00dfen kann. Ich darf das immer mal wieder erleben, wenn ich in meiner Heimatstadt bin und meinen guten Freund Wolfgang besuche. Er ist ein wundervoller Jazz-Pianist und wenn er am Fl\u00fcgel sitzt und spielt, dann verwandelt er sich. Er wird eins mit der Musik, er \u201etaucht ab\u201c, er ist scheinbar ganz woanders. Er nimmt nichts mehr um sich herum wahr, er spielt nur noch und genie\u00dft sich selbst. Es sind Momente des Gl\u00fccks, auch sp\u00fcrbar, wenn man nur Zuschauer ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen wieder mehr genie\u00dfen, gerade in dieser aktuellen Zeit. Genuss ist Lebensqualit\u00e4t und gibt uns Kraft. Wirklicher Genuss aber braucht ein paar Voraussetzungen, die ich zu Beginn schon einmal angedeutet habe:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ich muss ganz bei mir sein und wissen, was mit guttut \u2013 genie\u00dfen kann man nur f\u00fcr sich! Dazu geh\u00f6rt auch die Sch\u00e4rfung des Bewusstseins, dass es mit dem Genuss so \u00e4hnlich ist wie mit dem Gl\u00fcck: Beides liegt oft in kleinen Dingen. Und wie es passender nicht sein k\u00f6nnte, besucht mich just in diesem Moment ein Eichh\u00f6rnchen auf meiner Terrasse und ich h\u00f6re f\u00fcr einen Moment zu schreiben auf, um seine N\u00e4he zu genie\u00dfen. Natur tut mit immer gut.<\/li>\n\n\n\n<li>Genie\u00dfen braucht Mu\u00dfe in der Zeit \u2013 Hektik und Termine sind fehl am Platz.<\/li>\n\n\n\n<li>Wir k\u00f6nnen mit allen Sinnen genie\u00dfen, doch daf\u00fcr m\u00fcssen wir uns ihrer h\u00e4ufig erst einmal wieder bewusstwerden und uns von der Reiz\u00fcberflutung &#8211; vor allem im visuellen &#8211; verabschieden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"791\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-1024x791.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2659\" style=\"width:433px;height:334px\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-1024x791.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-300x232.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-768x593.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-1536x1187.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-2048x1582.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/just-be-597091-1200x927.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ich vermute, ich habe noch den ein oder anderen Aspekt vergessen und Sie k\u00f6nnen ihn erg\u00e4nzen, denn Sie sind nun ohnehin an der Reihe:<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnen Sie die Frage, was Ihnen wirklich guttut, sofort beantworten?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn nein, gehen Sie auf die Suche!<\/p>\n\n\n\n<p>Wann haben Sie das letzte Mal in vollen Z\u00fcgen genossen? Erinnern Sie die Situation und holen Sie die Bilder und das positive Gef\u00fchl wieder hervor.<\/p>\n\n\n\n<p>Wann werden Sie das n\u00e4chste Mal so richtig genie\u00dfen?<\/p>\n\n\n\n<p>Was \u2013 ganz konkret \u2013 wollen Sie zuk\u00fcnftig anders machen, f\u00fcr mehr Genuss in Ihrem Leben?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche viel Erfolg dabei und nat\u00fcrlich ein wunderbares Wochenende!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich das \u00fcbergro\u00dfe Buch zuschlug, hielt ich es noch viele Minuten in der Hand. Ich sa\u00df auf meiner Terrasse in der Abendsonne und hatte mehr gebl\u00e4ttert als gelesen. Es war ein Bildband, den ich in den H\u00e4nden hielt und der ohnehin sp\u00e4rliche Text war zweitrangig. 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