{"id":4019,"date":"2022-05-28T05:00:00","date_gmt":"2022-05-28T03:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marioporten.de\/?p=4019"},"modified":"2022-05-28T06:23:23","modified_gmt":"2022-05-28T04:23:23","slug":"arbeitswelt-und-fuehrung-aktuelle-trends-und-umfragen-ausgabe-28-05-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marioporten.de\/?p=4019","title":{"rendered":"Arbeitswelt und F\u00fchrung: aktuelle Trends und Umfragen, Ausgabe 28.05.2022"},"content":{"rendered":"\n<p>Trotz der Corona-Pandemie mit all ihren Herausforderungen der letzten zwei Jahre haben in Deutschland nur wenige Menschen Angst um ihren Job. Seit 2011 wird der DGB-Index \u201eGute Arbeit\u201c erhoben, f\u00fcr dessen aktuelle Ausgabe in 2021 6400 Besch\u00e4ftigte befragt wurden. 70% von ihnen machen sich nie und 21% nur selten Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Damit stieg der Index trotz Corona auf einen Indexwert von 79 Punkten an. Aktuell machen sich also nur wenige Menschen Sorgen um ihren Job.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieses Bild passt auch, dass die Arbeitgeber sich auf selbstbewusste Bewerber einstellen m\u00fcssen. Aus dem aktuellen Jobwechsel-Kompass der K\u00f6nigsteiner Gruppe, die daf\u00fcr im Januar 2022 500 Besch\u00e4ftigte in Deutschland befragt hat, geht n\u00e4mlich ein deutlicher Anstieg der Befragten hervor, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt positiv einsch\u00e4tzen. Gegen\u00fcber dem November 2021 \u2013 also in nur drei Monaten \u2013 stieg dieser Wert um 12 Prozentpunkte auf jetzt 60% an. Jeder f\u00fcnfte Befragte glaubt sogar, besonders gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben, wenn er oder sie sich jetzt nach einem neuen Job umschauen w\u00fcrde. Besonders auff\u00e4llig ist, dass insbesondre junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit 72% ihre Chancen positiv einsch\u00e4tzen. Noch h\u00f6her liegt dieser Wert mit 77% in der Gruppe der 30-39-j\u00e4hrigen. Arbeitgeber m\u00fcssen sich also darauf einstellen, dass sie sowohl inhaltlich und wohl auch finanziell \u00dcberzeugungsarbeit f\u00fcr ihr Unternehmen leisten m\u00fcssen, wenn Sie die richtigen Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr Ihr Unternehmen gewinnen wollen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/heart-741502-1024x724.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4020\" width=\"485\" height=\"343\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/heart-741502-1024x724.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/heart-741502-300x212.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/heart-741502-768x543.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/heart-741502-1536x1086.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/heart-741502-2048x1448.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/heart-741502-1200x849.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 485px) 85vw, 485px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wie sieht es eigentlich mit der aktuellen Arbeitszufriedenheit aus und wie hat sich diese durch die Corona-Pandemie ver\u00e4ndert. Dieser Frage ist forsa im Auftrag von Xing E-Recruiting nachgegangen. Das Ergebnis f\u00e4llt unterschiedlich aus: W\u00e4hrend 18% der M\u00e4nner den Eindruck hatten, dass sich Corona negativ auf ihre berufliche Situation ausgewirkt hat, waren es bei Frauen mit 28% deutlich mehr. Leider sind aus der Ver\u00f6ffentlichung keine Gr\u00fcnde ersichtlich. Wenig verwundern kann einen die Konsequenz dieser Zahlen: Die Anzahl der Frauen, die sich aktuell einen Jobwechsel vorstellen k\u00f6nnen, ist im Vergleich zu 2021 um sechs Prozentpunkte auf 38% gestiegen. Also Arbeitgeber: Augen auf, wie es insbesondere Euren Leistungstr\u00e4gerinnen gerade so geht \u2013 es droht Abwanderungsgefahr!<\/p>\n\n\n\n<p>Schon so oft habe ich in diesem Blog darauf hingewiesen, dass<a href=\"https:\/\/marioporten.de\/buecher\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> Selbstreflexion<\/a> eine der wichtigsten Kompetenzen f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte ist. Es vergeht n\u00e4mlich kaum ein Monat, in dem nicht eine Studie vorgelegt wird, in der die Einsch\u00e4tzung der F\u00fchrungskr\u00e4fte deutlich positiver ausf\u00e4llt als die der Mitarbeitenden. Eine \u201eheile Welt\u201c n\u00fctzt aber nichts, wenn sie nur ein Selbstbild ist und nicht mit der von den Besch\u00e4ftigten wahrgenommenen Realit\u00e4t \u00fcbereinstimmt. So werden n\u00e4mlich die notwendigen Schritte nicht eingeleitet, die wichtigen Themen nicht angepackt und folglich die Mitarbeitenden eher demotiviert. Auch in diesem Monat liegt wieder eine solche Studie auf dem Tisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ethik- und Compliance-Berater LRN hat 7.500 Menschen in 14 L\u00e4ndern zur Kultur ihrer Unternehmen befragt. Das Gef\u00fchl der Zugeh\u00f6rigkeit zum Unternehmen sch\u00e4tzten dabei z.B. 83% der Unternehmensleiter als besonders hoch ein. Bei den Mitarbeitenden ohne F\u00fchrungsverantwortung waren es zehn Prozentpunkte weniger. Sehr vergleichbare Werte ergaben sich auch f\u00fcr Vertrauen und Transparenz. Wir sehen wieder einmal, wie wichtig ehrliches Feed-Back auf allen Ebenen in den Unternehmen ist, denn andernfalls k\u00f6nnte die ein oder andere F\u00fchrungskraft b\u00f6se \u00dcberraschungen erleben. Es ist also gut und hilfreich, auch sich selbst immer mal wieder in Frage zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon vor 10 Jahren habe ich Vortr\u00e4ge zum Thema Work-Life-Balance gehalten, in denen moderne \u201eVerfolger\u201c, also z.B. immer blinkende Smartphones, eine gro\u00dfe Rolle spielten. \u201eIch kann nicht abschalten\u201c, ist bei mir bis heute ein h\u00e4ufig vorgetragenes Coachinganliegen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/senior-4466290-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2923\" width=\"442\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/senior-4466290-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/senior-4466290-300x200.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/senior-4466290-768x512.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/senior-4466290-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/senior-4466290-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/senior-4466290-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 442px) 85vw, 442px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Da freut es mich in einer Studie des Verbands f\u00fcr Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte (DFK) zu lesen, dass doch zumindest einige F\u00fchrungskr\u00e4fte inzwischen Fortschritte in diesem Bereich gemacht haben. Von den 600 Befragten sagten immer noch 75%, dass sie unter der Woche auch abends noch erreichbar sind. 2012 waren das allerdings noch 90% &#8211; die Tendenz geht also in eine gute Richtung. Am Wochenende f\u00e4llt die Tendenz noch deutlicher aus: Waren 2012 noch 70% erreichbar, sind es aktuell noch 47% und ich bin ziemlich sicher, dass wir hier bereits deutliche Auswirkungen des Wertewandels in den j\u00fcngeren Generationen sehen. \u00c4hnlich sind die Zahlen bei der Erreichbarkeit im Urlaub, die von 60% (2012) auf 43% zur\u00fcckgegangen sind. Knapp ein Viertel der Befragten hat erkl\u00e4rt, f\u00fcr sich eine klare Grenze zu ziehen und au\u00dferhalb der Arbeitszeiten gar nicht zur Verf\u00fcgung zu stehen. Eine so klare Aussage t\u00e4tigten 2012 nur 5%. Der Wandel ist also in vollem Gange und offenbar k\u00f6nnen sich viele F\u00fchrungskr\u00e4fte heute besser abgrenzen als noch vor 10 Jahren. Dazu tr\u00e4gt sicher die zunehmende Digitalkompetenz bei, zu der es auch geh\u00f6rt, die Ger\u00e4te ruhen zu lassen. Und dennoch sind die Zahlen derer, die sich gesundheitlich beeintr\u00e4chtigt f\u00fchlen, noch immer zu hoch. 49% der Befragten k\u00f6nnen angesichts der heutigen digitalen Medien schlecht abschalten und 45% sehen darin eine gesundheitliche Belastung. Es ist ein schwacher Trost, dass diese Zahlen vor 10 Jahren noch deutlich h\u00f6her lagen (78% konnten schlecht abschalten, 67% sahen darin eine gesundheitliche Beeintr\u00e4chtigung). Das Thema wird also sicher noch eine Weile ein Arbeitsfeld im Coaching bleiben. Ich halte \u00fcbrigens nicht viel von dem immer wieder mal aufkommenden Ruf nach verbindlichen oder gar gesetzlichen Regelungen im Unternehmen. Viel zu unterschiedlich gehen Menschen mit dem Thema um, es braucht individuelle L\u00f6sungen und die kann nur jeder f\u00fcr sich selbst schaffen. F\u00fcr mich sind wir hier klar im Bereich der Selbstverantwortung.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/digitization-6883780-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4021\" width=\"534\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/digitization-6883780-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/digitization-6883780-300x200.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/digitization-6883780-768x512.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/digitization-6883780-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/digitization-6883780-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/digitization-6883780-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 534px) 85vw, 534px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Zum Schluss noch kurzer Blick auf eine DIHK Umfrage zum Stand der Digitalisierung in Deutschland. Diese kommt \u2013 salopp formuliert \u2013 nicht voran. Befriedigend bewerteten die befragten Unternehmen auf einer Schulnotenskala den aktuellen Stand der Digitalisierung und mit 2,9 lag der Durchschnittswert unver\u00e4ndert auf Vorjahrsniveau. Ern\u00fcchternd, k\u00f6nnte man sagen und nat\u00fcrlich fragt sich, woran das liegt. Die Komplexit\u00e4t vorhandener Systeme wurde mit 39% als gr\u00f6\u00dfter Hemmschuh genannt, gefolgt von mangelnden zeitlichen Kapazit\u00e4ten mit 36% und hohen Kosten mit 34%. Es geht also nicht voran, obwohl alle immer wieder die Wichtigkeit des Themas und die zahlreichen damit verbundenen Chancen und Vorteile betonen. Ich lasse das mal unkommentiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde es spannend zu sehen, wie die Auswirkungen des Wertewandels und die Ver\u00e4nderungen der Arbeitswelt durch die Corona-Pandemie immer deutlicher sichtbar werden. Die Herausforderungen f\u00fcr Unternehmer und F\u00fchrungskr\u00e4fte werden nicht geringer werden. Spannende Zeiten!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Wegbegleiter-2022.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3826\" width=\"210\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Wegbegleiter-2022.jpg 530w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Wegbegleiter-2022-251x300.jpg 251w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 85vw, 210px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-small-font-size\">Alle zitierten Umfragen wurden ver\u00f6ffentlicht in der Juni-Ausgabe von <em>managerseminare<\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz der Corona-Pandemie mit all ihren Herausforderungen der letzten zwei Jahre haben in Deutschland nur wenige Menschen Angst um ihren Job. 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