{"id":407,"date":"2017-02-20T08:53:54","date_gmt":"2017-02-20T07:53:54","guid":{"rendered":"http:\/\/blogg.marioporten.de\/?p=407"},"modified":"2017-02-20T08:53:54","modified_gmt":"2017-02-20T07:53:54","slug":"changemanagement-vs-tagesgeschaeft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marioporten.de\/?p=407","title":{"rendered":"Changemanagement vs. Tagesgesch\u00e4ft"},"content":{"rendered":"<p>Die letzten vier Monate haben mich fast vollst\u00e4ndig als Changebegleiter von F\u00fchrungskr\u00e4ften eines ausgesprochen gro\u00dfen Projektes in einem DAX-Konzern gefordert. Eine der wesentlichen Fragen war stets die Ambivalenz der Manager zwischen Tagesgesch\u00e4ft und Changeaufgabe. Genau diese Thema greift auch <em>managerseminare<\/em> in seiner Ausgabe 03\/2017 auf und ver\u00f6ffentlicht eine Studie, die diese Ambivalenz ebenfalls zum Ausdruck bringt.<\/p>\n<p>Die F\u00fchrungskr\u00e4fte, mit denen ich arbeiten durfte, hatten immer die Herausforderung zu bew\u00e4ltigen, dass die Ergebnisse des operativen Tagesgesch\u00e4ftes nicht unter der aktuellen Unsicherheit der bevorstehenden Umorganisation leiden durften. Im Gegenteil, wie in den meisten Branchen galt es auch hier, im Jahresendgesch\u00e4ft besonders gute Ergebnisse einzufahren. &#8220;Es hat bei uns in Ver\u00e4nderungen noch nie geschadet, gute operative Ergebnisse zu haben.&#8221; &#8211; so brachte es einer meiner Manager auf einen Punkt, was zus\u00e4tzlich verdeutlicht, dass die Gesch\u00e4ftsergebnisse m\u00f6glicher Weise zus\u00e4tzlich ein Kernelement der neuen Personalauswahl im Rahmen der Umsetzung des Changeprojektes sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Was also sollen die F\u00fchrungskr\u00e4fte des mittleren Managements tun? Allen Fokus auf Operative? Allen Fokus auf die Unsicherheit und die Gef\u00fchle ihrer Mitarbeiter? Oder gar erstmal die Fokus auf die eigene Betroffenheit &#8211; was wird aus mir? Dieses Spannungsfeld ist systemimmanent und kann kaum vermieden werden, damit umzugehen ist wesentlicher Teil einer jeden F\u00fchrungsaufgabe in Ver\u00e4nderungsprojekten.<\/p>\n<p>Interessant sind in diesem Zusammenhang nunmehr die Ergebnisse der von <em>managerseminare<\/em> 07\/2017 ver\u00f6ffentlichten Befragungsergebnisse:<\/p>\n<p>Demnach r\u00e4umen<strong> 70%<\/strong> der befragten Unternehmen Ver\u00e4nderungsprojekten oberste Priorit\u00e4t ein. Aber nur etwa die H\u00e4lfte (<strong>38%<\/strong>) h\u00e4lt Change-Projekte f\u00fcr wichtiger als das Tagesgesch\u00e4ft &#8211; das f\u00fchrt die klare Positionierung von Change wieder ad abdurdum.<\/p>\n<p>F\u00fchrungskr\u00e4fte k\u00f6nnen sich also nicht darauf verlassen, dass ihnen die Unternehmensleitung die Priorisierung vorgeben wird &#8211; Change und Tagesgesch\u00e4ft, dass ist wohl irgendwie gleich wichtig. Dass dies nat\u00fcrlich nicht funktionieren kann, wissen wir alle, denn ohne Zugest\u00e4ndnisse im operativen Gesch\u00e4ft wird Change nicht erfolgreich sein, wie wir aus der Change-Kurve wissen, deren Verlauf heute von niemandem mehr angezweifelt wird. Doch was n\u00fctzt alle wissenschaftliche Erkenntnis, der Widerspruch in der Praxis bleibt und damit m\u00fcssen F\u00fchrungskr\u00e4fte umgehen.<\/p>\n<p>Aus Sicht des mittleren Managements wird es daher immer lauten: <strong>Change und Tagesgesch\u00e4ft<\/strong>, niemals Change oder Tagesgesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Der Doppelbelastung m\u00fcssen F\u00fchrungskr\u00e4fte sich zwangsl\u00e4ufig stellen. Dazu ist es hilfreich, sich zun\u00e4chst \u00fcber die eigene Positionierung klar zu werden. Wei\u00df\u00a0ich, was aus mir wird? Wenn nein, wie positioniere ich mich zur eigenen Unsicherheit? Was brauche ich jetzt, um meinen Job gut zu machen? Wer kann mir helfen, was sind meine Netzwerke? Und wenn ich mich mal wirklich zwischen beiden Positionen entscheiden muss &#8211; was sind meine Werte, was ist mir wichtiger? Dieser eigenen Positionierung haben wir in den Change-Workshops der vergangenen Monate viel Raum gegeben. Die anf\u00e4nglich \u00dcberraschung der F\u00fchrungskr\u00e4fte dar\u00fcber, wich im Feed-Back meist einer gro\u00dfen Dankbarkeit, diesen Raum gehabt zu haben. Ohne klare eigene Positionierung wird die Bew\u00e4ltigung der Doppelaufgabe aus Change und Tagesgesch\u00e4ft n\u00e4mlich noch viel schwerer und f\u00fcr viele F\u00fchrungskr\u00e4fte allzu schnell auch zur (gef\u00fchlten) \u00dcberforderung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten vier Monate haben mich fast vollst\u00e4ndig als Changebegleiter von F\u00fchrungskr\u00e4ften eines ausgesprochen gro\u00dfen Projektes in einem DAX-Konzern gefordert. 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