{"id":4236,"date":"2022-10-29T05:00:00","date_gmt":"2022-10-29T03:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marioporten.de\/?p=4236"},"modified":"2022-10-24T14:29:46","modified_gmt":"2022-10-24T12:29:46","slug":"der-mp-impuls-zur-selbstreflexion-vom-29-10-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marioporten.de\/?p=4236","title":{"rendered":"Der MP Impuls zur Selbstreflexion vom 29.10.2022"},"content":{"rendered":"\n<p>Vielleicht geht es Ihnen ja gerade wie mir, als ich den Spruch las, der diesem Impuls voransteht. Mein spontanes Bild im Kopf: Ich schlendere gedankenverloren auf einem Waldweg an unserem gro\u00dfen See entlang und schaue auf das Wasser, suche mit den Augen nach Tieren oder anderen Objekten auf dem See. Den Weg, auf dem ich gehe, nehme ich gar nicht wahr. Bis ich pl\u00f6tzlich gegen eine dicke Wurzel trete, ins Stolpern gerate und gerade noch verhindern kann, dass ich hinfalle. Schlagartig ver\u00e4ndert sich meine Aufmerksamkeit, denn ich bekomme einen Schreck! Die n\u00e4chsten Minuten schaue ich sorgf\u00e4ltig, wo ich hintrete und achte nur noch auf den Weg vor mir. Mein Aufmerksamkeitsfokus hat sich ver\u00e4ndert &#8211; ich tr\u00e4ume nicht mehr vor mich hin, ich gehe jetzt kontrolliert, sozusagen gesteuert durch meine Gedanken. Es hat also ein Wechsel von unbewusstem zu bewusstem Handeln stattgefunden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/fall-3186876-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4240\" width=\"545\" height=\"363\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/fall-3186876-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/fall-3186876-300x200.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/fall-3186876-768x512.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/fall-3186876-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/fall-3186876-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/fall-3186876-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 545px) 85vw, 545px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\u00c4hnliche Situationen kennen Sie alle, sie sind ganz typisch f\u00fcr unser Leben. Die meiste Zeit agieren wir ohne nachzudenken aus dem Unbewusstsein heraus und das funktioniert wunderbar. Wir haben ja auch deutlich mehr unbewusstes als bewusstes Wissen. Unser Gehirn stellt dabei permanent eine Prognose auf, was wohl als n\u00e4chstes passieren wird und wenn das dann auch passiert, ist alles gut. Tritt pl\u00f6tzlich ein anderes Ereignis auf, bekommen wir einen Schreck, also ein Signal unseres Gehirns: &#8220;Obacht, hier ist was los!&#8221; Genau das passierte, als ich gegen die Wurzel trat. Im gro\u00dfen und ganzen ist es nat\u00fcrlich gut, dass wir \u00fcberwiegend aus dem Unbewusstsein heraus handeln, wobei unser Gehirn ja auf unseren reichhaltigen Erfahrungsschatz zur\u00fcckgreift, der f\u00fcr viele Situationen genau die passenden L\u00f6sungen anzubieten hat. Stellen Sie sich vor, Sie m\u00fcssten beim Spazierengehen \u00fcber jeden Schritt aktiv nachdenken &#8211; w\u00fcrde irgendwie nicht funktionieren. Im Allgemeinen ist unbewusstes Handeln also sehr hilfreich und zweckdienlich, aber nat\u00fcrlich nicht immer.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn die gleichen Funktionsweisen unseres Erlebens laufen auch im Berufsleben ab und schon h\u00e4ufig habe ich meinen Klienten diesen Effekt bewusst gemacht, weil wir damit eine L\u00f6sung f\u00fcr das aktuelle Problem schaffen konnten. Auch im Berufsleben fallen wir n\u00e4mlich h\u00e4ufig in unbewusste Handlungsmuster zur\u00fcck, obwohl sie zu Ergebnissen f\u00fchren, die wir eigentlich gar nicht wollen. Leider ist unser Unbewusstsein immer schneller als unsere Kognition. Bevor wir also nachdenken, hat unser Unbewusstsein oftmals schon mit einer nicht zweckdienlichen Handlung agiert. Wollen wir diesen Automatismus verhindern, m\u00fcssen wir unser Gehirn &#8220;austricksen&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel veranschaulicht das besser, als eine rein theoretische Beschreibung. Vor einigen Jahren arbeitete ich mit dem Inhaber einer kleinen IT-Firma, der sich selbst als zu nachsichtig beschrieb. Immer wieder gab er den W\u00fcnschen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach, obwohl das f\u00fcr die Firma nachteilig war oder er selbst die Defizite durch Mehrarbeit, die er eigentlich nicht leisten wollte, ausgleichen musste. Sein Unternehmen war so klein, dass er einmal in der Woche alle Mitarbeitenden zu einer Teambesprechung versammeln konnte. In dieser sei er dann immer so nachgiebig, er wolle ein guter Chef sein, es seinen Mitarbeitenden recht machen und gemocht werden. Bei Urlaubsfragen, Br\u00fcckentagen, langen Wochenenden und vielen anderen Punkten gebe er in diesen Sitzungen einfach immer nach, auch wenn er sich vornehme, standhaft zu bleiben. Ob er es wolle oder nicht, werde er automatisch zum &#8220;kleinen M\u00e4uschen&#8221; und sage immer ja. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/lion-1605295-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4241\" width=\"500\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/lion-1605295-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/lion-1605295-300x200.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/lion-1605295-768x512.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/lion-1605295-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/lion-1605295-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/lion-1605295-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 85vw, 500px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Sie haben es sicher schon bemerkt, ein unbewusstes Handlungsmuster in seinem Kopf ist offenbar sofort aktiv, ehe er ins nachdenken kommen kann, um zu anderen L\u00f6sungen zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Statt dem M\u00e4uschen, wer w\u00e4rst Du denn gerne in solchen Situationen?&#8221;, fragte ich ihn und die Antwort kam prompt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ich w\u00e4re gerne der br\u00fcllende L\u00f6we, der aufschreit, seine Position und auch die Position der Firma verteidigt und allen klarmacht, wessen Revier das hier ist. Nach dem Br\u00fcllen kann man dann ja gemeinsam eine L\u00f6sung suchen, die f\u00fcr alle, also die Firma, mich und auch meine Mitarbeitenden die beste ist.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Damit lag die L\u00f6sung schlagartig auf der Hand: Ein einfaches &#8220;denk an den L\u00f6wen&#8221; w\u00fcrde aber wohl nicht ausreichen, um das Unbewusstsein auszutricksen. In solchen F\u00e4llen haben sich haptische Symbole in meiner Arbeit als sehr hilfreich erwiesen, denn unser Gehirn arbeitet mit Bildern. Nehme ich also das Bild des L\u00f6wen aktiv mit, dann sind meine Gedanken so auf ihn gerichtet, dass es dem Unbewusstsein viel schwerer f\u00e4llt, an ihm vorbeizukommen. Das bewusste Denken, das ja gerade an den L\u00f6wen denkt, bremst es aus. Es ist sozusagen, das Stolpern auf dem Waldweg und macht den Weg frei f\u00fcr eine neue Aufmerksamkeit und Achtsamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Idee gefiel meinem Klienten, er kaufte im Spielwarengesch\u00e4ft einen L\u00f6wen der Firma Schleich, der gro\u00df und eindrucksvoll war und stellte ihn auf eine Kommode, an der er immer vorbeigehen musste, wenn er in den Meetingraum ging, in dem die Besprechungen mit seinen Mitarbeitenden stattfanden.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Na, hat es funktioniert?&#8221;, fragte ich ihn zu Beginn des n\u00e4chsten Coachings etwa sechs Wochen sp\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;ROOOOOOOOOOAAAAAAAAAAR!!&#8221;, kam die eindeutige Antwort.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun also sind Sie an der Reihe, zu \u00fcberlegen, ob und wenn ja wo Ihnen vielleicht unbewusst ablaufende Verhaltensweisen im Wege stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In welchen Situationen tun Sie Dinge, die Sie eigentlich gar nicht wollen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wo sagen Sie h\u00e4ufig &#8220;ja&#8221;, obwohl Sie viel lieber &#8220;nein&#8221; sagen w\u00fcrden?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie mal wieder &#8220;stolpern&#8221; w\u00fcrden, wozu w\u00fcrde die neue gewonnene Aufmerksamkeit f\u00fchren?<\/p>\n\n\n\n<p>Falls sie eine Situation gefunden haben, in der Sie Ihr Verhalten \u00e4ndern m\u00f6chten, welches haptische Symbol k\u00f6nnte Ihnen dabei helfen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein sch\u00f6nes Wochenende!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht geht es Ihnen ja gerade wie mir, als ich den Spruch las, der diesem Impuls voransteht. 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