{"id":4363,"date":"2023-02-18T05:00:00","date_gmt":"2023-02-18T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marioporten.de\/?p=4363"},"modified":"2023-02-12T09:47:42","modified_gmt":"2023-02-12T08:47:42","slug":"der-mp-impuls-zur-selbstreflexion-vom-18-02-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marioporten.de\/?p=4363","title":{"rendered":"Der MP Impuls zur Selbstreflexion vom 18.02.2023"},"content":{"rendered":"\n<p>Mein Klient wirkte schon am Telefon angeschlagen.<br>\u201eWie geht\u2019s\u201c? , fragte ich ihn freudig und zur\u00fcck kam nur ein gequ\u00e4ltes: \u201eGeht so.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>So lie\u00df denn unser n\u00e4chster Coachingtermin auch nicht lange auf sich warten. Dem engagierten jungen Mann, Teamleiter in einem mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, finanzierte sein Chef ein Coaching, weil er einer seiner Leistungstr\u00e4ger wahr, sehr engagiert und loyal und sein Chef ihn unbedingt langfristig an das Unternehmen binden wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Coaching wollte er mehr zu sich finden, um damit die Belastungen noch besser steuern zu k\u00f6nnen, insgesamt ausgeglichener zu sein und zu wirken. Wir waren auch schon gut vorangekommen und der schon am Telefon sp\u00fcrbare R\u00fcckschritt passte nicht so recht ins Bild.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit gesenktem Blick sa\u00df er also einige Tage sp\u00e4ter in meinem Coachingraum und sprudelte los:<br>\u201eIch schaffe gerade nix weg, ich komme gar nicht zu meiner Arbeit. Alle wollen etwas von mir und mit meiner Kollegin von der Beschaffung bin ich auch schon wieder \u201ezusammengerauscht\u201c. Die kriegt einfach die Dinge nicht auf die Reihe und l\u00f6chert mich st\u00e4ndig mit Fragen. Mein Chef sorgt auch nicht f\u00fcr Klarheit, der m\u00fcsste mal eine Ansage machen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Immer noch viel es meinem Klienten schwer, mich anzusehen und so fragte ich nochmal nach: \u201eOk, da gibt es also auf der Arbeit ein paar R\u00fcckf\u00e4lle in alte Muster, das hatten wir ja alles schon einmal. Ist noch was, vielleicht im privaten Bereich?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa, das auch. Meiner Mutter geht es nicht gut, ich habe gerade viel zu organisieren und ich \u00e4rgere mich \u00fcber meine Schwester, die k\u00fcmmert sich um nichts. Alles bleibt an mir h\u00e4ngen. Und um ehrlich zu sein, am meisten \u00e4rgere ich mich \u00fcber mich selbst \u2013 ich war durch unsere Coachings auf einem so guten Weg und jetzt f\u00fchlt es sich an, als h\u00e4tte ich bislang gar keine Fortschritte gemacht. Das macht mich traurig und w\u00fctend.\u201c<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/angry-man-274175-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3144\" width=\"375\" height=\"249\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/angry-man-274175-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/angry-man-274175-300x200.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/angry-man-274175-768x512.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/angry-man-274175-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/angry-man-274175-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/angry-man-274175.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 85vw, 375px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nun lagen die Themen also auf dem Tisch und ich kannte sie alle bereits aus fr\u00fcheren Coachingsitzungen, was mich beruhigte. Mein Klient hatte so etwas wie einen \u201eR\u00fcckfall\u201c in alte Verhaltensweisen und das m\u00f6chte ich keinesfalls abtun. F\u00fcr ihn war das eine schwierige Situation, mich aber beruhigte, dass keine neuen Baustellen aufgetaucht waren. Die hohen eigenen Anspr\u00fcche taten ihren Teil dazu, denn R\u00fcckschritte in seiner Entwicklung, so normal sie auch waren und dazugeh\u00f6rten, konnte meine Kunde immer nur sehr schwer akzeptieren. Der Kern aber lag wahrscheinlich mal wieder darin, dass er vergessen hatte, was ihm gut tat, der Akku war leer, so k\u00f6nnte man es bildhaft sagen. Ich hatte also eine Strategie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch wei\u00df R\u00fcckschritte sind nichts f\u00fcr Dich, aber erinnerst Du Dich an die Grafik, die wir in einer unserer ersten Sitzungen gemalt haben?\u201c, fragte ich ihn. Es war das simple Bild gewesen, dass sich alle Menschen f\u00fcr ihre Entwicklung eine linear steigende Gerade w\u00fcnschen, der Verlauf meist jedoch eine heftige Zickzacklinie ist, die auch deutliche Ausschl\u00e4ge nach unten hat.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu meinst die rote gezackte Linie statt der gr\u00fcnen Geraden\u201c, schmunzelte er. \u201eJa, ich sollte nicht so streng mit mir sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bann war gebrochen, sein Gesichtsausdruck hellte sich auf.<br>\u201eUm ehrlich zu sein, ich w\u00fcrde sagen, Du bist schlicht urlaubsreif!\u201c, rief ich ihm zu, um im Anschluss noch ein paar Fragen zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie oft hast Du in den letzten Wochen in Deinem Lieblingssessel gesessen und klassische Musik geh\u00f6rt?\u201c Das war eines seiner gro\u00dfen Hobbys, bei denen er sich entspannen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie oft bist du spazieren gegangen und hast die Natur genossen? Wann warst Du das letzte Mal in der Sauna, die ja so magst, um Dich zu entspannen? Und wann hast Du das letzte Mal mit Deinem Kumpel an Eurem gemeinsamen Modellbauprojekt gebaut?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie, liebe Leser, ahnen sicher die Antworten. In den letzten sechs Wochen hatte nichts davon stattgefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Klient hatte mich nun durchschaut, denn ich hatte zielgerichtet die Aspekte abgefragt, die wir in meinem ganzheitlichen Coachingansatz seinem Feld der \u201eIch-Zeit\u201c zugeordnet hatten. Also die Dinge, die er nur f\u00fcr sich und sein Wohlbefinden tat und die seine Kraftquellen waren. In den vergangenen Wochen hatte er ganz offensichtlich auf alle Ich-Zeit verzichtet und seine Reserven waren nun aufgezehrt. Kein Wunder also, dass er \u201eauf dem Zahnfleisch ging\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eH\u00f6r auf!\u201c, blaffte er mich an und ich l\u00e4chelte \u2013 Volltreffer.<br>\u201eDu hast ja recht, ich habe mal wieder vollkommen vergessen, auf mich Acht zu geben und das ist das Ergebnis. Mist genau, mein altes Muster.\u201c<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/AdobeStock_92015208-2-1024x636.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4366\" width=\"360\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/AdobeStock_92015208-2-1024x636.jpeg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/AdobeStock_92015208-2-300x186.jpeg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/AdobeStock_92015208-2-768x477.jpeg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/AdobeStock_92015208-2-1536x954.jpeg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/AdobeStock_92015208-2-2048x1271.jpeg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/AdobeStock_92015208-2-1200x745.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 85vw, 360px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Das war nat\u00fcrlich eine tolle Formulierung, denn wenn das sein altes Muster war, dann gab es auch ein neues und das konnten wir jetzt gemeinsam reaktivieren. Der Blick nach vorne war wieder m\u00f6glich und so diskutierten wir die richtige Strategie f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eF\u00fcr schwierige Aufgaben und Gespr\u00e4che habe ich aktuell keine Kraft, ich muss erst den Akku wieder aufladen.\u201c, so das Fazit meines Klienten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Weg war also f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Wochen eine Art \u201e\u00dcberdosis Ich-Zeit\u201c und ich musste gar nicht viel tun und lenkte nur mit ein paar Absicherungsfragen. Er nahm sich vor, die n\u00e4chsten zwei Wochen drei Tage im Homeoffice konzentriert zu arbeiten und an allen Tagen um 16 Uhr Schluss zu machen. Er legte zwei Saunaabende ein und traf sich mit seinem Freund zu einem ausgiebigen Modellbauwochenende. Noch im Coachingraum kaufte er sich online eine neue Live-Aufnahme der Berliner Philharmoniker und strahlte bei dem Gedanken, sie bald anzuh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es erschien mir zielf\u00fchrend, an diesem Tag nicht weiter auf die L\u00f6sungen, der nat\u00fcrlich noch im Raum stehenden Belastungen einzugehen. Er sollte dringend kl\u00e4rende Gespr\u00e4che mit seinem Chef und auch mit seiner Schwester f\u00fchren. Wir werden nochmal an seinen Delegationsf\u00e4higkeiten arbeiten, aber das alles hatte heute keinen Platz.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOk, die n\u00e4chsten zwei Wochen sind also voll mit Ich-Zeit! Das gef\u00e4llt mir, es klingt nach Auto an der Schnellladestation. Aber danach m\u00f6chte ich Dich zeitnah wiedersehen, dann arbeiten wir an den Themen, die hinter der aktuellen Situation stehen.\u201c, schlug ich ihm vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Und genau so machten wir es dann auch, wir verabredeten uns zwei Wochen sp\u00e4ter und mein Klient kam an diesem Tag ganz anders durch die T\u00fcr und so konnten wir die Themen sehr gut bearbeiten. F\u00fcr diesen Impuls ist das jedoch nicht mehr von Belang.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer wieder erlebe ich in meiner Arbeit, dass Menschen scheinbar vergessen, auf sich Acht zu geben. Sie vergessen, was Ihnen gut tut und steigern sich in ihre Arbeit und ihre selbstdefinierten Probleme hinein. Eine Zeit lang geht das meist ganz gut, dann irgendwann f\u00fchlen sie sich vollkommen ausgelaugt und leer. Die Kr\u00e4fte sind aufgebraucht und der Akku muss dringend aufgeladen werden, doch das geht nur, wenn man sich an seine Kraftquellen erinnert.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun also sind Sie an der Reihe:<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie sich den eignen Kr\u00e4ftevorrat als Ladeanzeige eines Akkus vorstellen, auf welchem Ladezustand von 1 (so gut wie leer) bis 10 (vollst\u00e4ndig aufgeladen) befinden Sie sich?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Ihr Akku ziemlich leer ist, sollten Sie ihn aufladen. Was sind denn Ihre Kraftquellen, die Ihnen guttun und dazu beitragen, den Akku aufzuladen?<\/p>\n\n\n\n<p>Was davon wollen Sie zuerst angehen und wann ganz konkret?<\/p>\n\n\n\n<p>Wovon sollten Sie aktuell eine Pause machen, um nicht noch mehr Akkuladung zu verlieren?<\/p>\n\n\n\n<p>Brauchen vielleicht auch Sie mal wieder eine \u201e\u00dcberdosis Ich-Zeit\u201c?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen ein sch\u00f6nes und entspanntes Wochenende!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Wegbegleiter-2023.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4287\" width=\"249\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Wegbegleiter-2023.jpg 539w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Wegbegleiter-2023-256x300.jpg 256w\" sizes=\"auto, (max-width: 249px) 85vw, 249px\" \/><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Klient wirkte schon am Telefon angeschlagen.\u201eWie geht\u2019s\u201c? , fragte ich ihn freudig und zur\u00fcck kam nur ein gequ\u00e4ltes: \u201eGeht so.\u201c So lie\u00df denn unser n\u00e4chster Coachingtermin auch nicht lange auf sich warten. 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