{"id":4412,"date":"2023-05-30T05:10:00","date_gmt":"2023-05-30T03:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marioporten.de\/?p=4412"},"modified":"2023-05-28T08:47:00","modified_gmt":"2023-05-28T06:47:00","slug":"arbeitswelt-und-fuehrung-aktuelle-trends-und-umfragen-ausgabe-30-05-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marioporten.de\/?p=4412","title":{"rendered":"Arbeitswelt und F\u00fchrung: aktuelle Trends und Umfragen, Ausgabe 30.05.2023"},"content":{"rendered":"\n<p>Fast kein Monat vergeht, in dem nicht neue Befragungsergebnisse rund um das Thema Homeoffice ver\u00f6ffentlicht werden. Das National Bureau of Economic Research legt aktuell eine Umfrage vor, die der Frage nachging, wie durch nicht mehr vorhandene Arbeitswege gewonnene Zeit eingesetzt wird. Durchschnittlich 72 Minuten pro Tag sparten die Befragten durch ihre T\u00e4tigkeit im Homeoffice ein. Der gr\u00f6\u00dfte Teil dieser Zeit wird f\u00fcr l\u00e4ngere Arbeit im Homeoffice eingesetzt. F\u00fcr Deutschland ermittelte diese internationale Studie, dass im Schnitt 65 Minuten Arbeitsweg eingespart wurden, die zu 31 % wieder in Mehrarbeit investiert wurden. Legt man diese Studie zu Grunde, so f\u00fchrt also eine verst\u00e4rkte Nutzung von Homeoffice zumindest tendenziell zu Mehrarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wenig erfreuliches Blitzlicht liefert aktuell der j\u00e4hrliche Bericht der Krankenkasse DAK, denn der kommt f\u00fcr 2022 zu Rekordkrankenst\u00e4nden von 5,5%. Dies ist der h\u00f6chste Wert, den die Kasse seit Beginn ihrer Aufzeichnungen im Jahr 1997 gemessen hat. Besch\u00e4ftigte fehlten damit im Durchschnitt des Jahres 2022 ihren Arbeitgebern 20 Tage, was einen Anstieg von mehr als 38% gegen\u00fcber dem Vorjahr darstellt. Hauptkrankheitsursache waren \u2013 sicher auch noch bedingt durch die Folgen von Covid 19 \u2013 Atemwegserkrankungen. Wer hier tiefer einsteigen m\u00f6chte, dem kann ich die im Internet zug\u00e4nglichen, sehr guten Jahresberichte der DAK nur empfehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach wie vor hoch ist der Bedarf an Weiterbildung in Deutschland, jedenfalls wenn man eine aktuelle Umfrage des T\u00dcV-Verbandes, der rund 1.800 Besch\u00e4ftigte befragt hat, zu Grunde legt. Dabei steht die Vermittlung von F\u00fchrungskompetenzen \u2013 wohl auch aufgrund des aktuellen Wandels von F\u00fchrung \u2013 besonders hoch im Kurs. 51% der Unternehmen vermeldeten gro\u00dfen oder sehr gro\u00dfen Bedarf an der Vermittlung von F\u00fchrungskompetenzen. 48% sahen Bedarf an Schulungen zur Entwicklung pers\u00f6nlicher Kompetenzen und auch zu Digitalthemen. Durch Corona hat E-Learning einen regelrechten Schub erhalten. Die Befragten in dieser Umfrage setzen dem jedoch ein sehr nachdenkenswertes Ausrufezeichen entgegen: 83% der Befragten finden gerade Pr\u00e4senzschulungen vor Ort attraktiv oder sehr attraktiv. Weiterbildung ist eben oftmals deutlich mehr als reine Wissensvermittlung.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Thema Weiterbildung hat auch die IU Internationale Hochschule 955 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer befragt. 88% von ihnen gaben an, f\u00fcr Weiterbildungen, die der Arbeitgeber anbietet, motiviert zu sein. Allerdings nahmen 72% weder an Weiterbildungen teil, noch haben sie sich daf\u00fcr angemeldet \u2013 ein eklatanter Widerspruch. Diese mangelnde Teilnahme kann Arbeitgeber nicht zufriedenstellen und stellt mittelfristig sicher auch ein Qualifikationsrisiko dar. Die daf\u00fcr angef\u00fchrten Gr\u00fcnde waren sehr vielf\u00e4ltig. Sie reichten von keine Zeit (20%), \u00fcber zu hohe Kosten bis zu der Aussage, dass man bereits alle F\u00e4higkeiten besitze und daher kein Weiterbildungsbedarf mehr vorhanden sei (immerhin 21%). Beachtenswerte 27% der Befragten gaben an, dass ihr Arbeitgeber keine Weiterbildung anbiete. Sicher zu Recht kommen die Studienautoren dann auch zu der Empfehlung, Unternehmen t\u00e4ten gut daran, f\u00fcr ihre Besch\u00e4ftigten den finanziellen und den Zeitaufwand von Fortbildungen zu minimieren und den Nutzen deutlich herauszuarbeiten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/CCI_000243-1024x811.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4413\" width=\"470\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/CCI_000243-1024x811.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/CCI_000243-300x238.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/CCI_000243-768x608.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/CCI_000243-1536x1216.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/CCI_000243-2048x1621.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/CCI_000243-1200x950.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 470px) 85vw, 470px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Moderne F\u00fchrung setzt u.a. auf Partizipation und Agilit\u00e4t. Allerdings scheinen diese F\u00fchrungsprinzipien zumindest noch nicht besonders krisentauglich zu sein, denn in einer Studie des Instituts f\u00fcr Besch\u00e4ftigung und Employability gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft Hays zeigt sich, dass in den aktuellen Krisen eher klassische F\u00fchrungsinstrumente verst\u00e4rkt zum Einsatz kommen. Von den 803 befragten F\u00fchrungskr\u00e4ften haben z.B. 29% die klassische Top-Down-Kommunikation intensiviert. 20% gaben an, dass auch mehr Top-Down-Entscheidungen getroffen wurden als das zuvor der Fall war. Lediglich 10% der Befragten gaben an, dass agile Arbeitsmethoden verst\u00e4rkt zum Einsatz kamen. Immerhin: 40% gaben an, die Rolle der F\u00fchrungskr\u00e4fte habe sich durch die Krise bei ihnen nicht ver\u00e4ndert, wobei leider offenbleibt, wie die Rolle bis dahin definiert war. Ich m\u00f6chte Ihnen an dieser Stelle gerne noch den Impuls mitgeben, dass zumindest nach meinen Erfahrungen traditionelle F\u00fchrungsmethoden auch keinesfalls immer schlecht sein m\u00fcssen und schon gar nicht gilt, dass agile Methoden zwangsl\u00e4ufig immer besser sind. Der Mix machts, die richtige Methode zur richtigen Zeit. Daher sollten wir auch dem Reflex widerstehen, g\u00e4nzlich in alte traditionelle F\u00fchrungsmethoden zur\u00fcckzufallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie denken Sie eigentlich \u00fcber Ihre berufliche Zukunft? Ist diese voller gro\u00dfartiger M\u00f6glichkeiten oder kommt da nicht mehr viel? Eine Studie des Demographie Netzwerks e.V. macht zumindest mich nachdenklich. Von mehr als 2.250 Befragten zweifelten 41% der M\u00e4nner und erschreckende 58% der Frauen an ihren M\u00f6glichkeiten. Bei Menschen im fortgeschrittenen Berufsalter, also zwischen 50 und 64 (62%) und \u00fcber 65 (64%) mag ich das noch nachvollziehen. Das allerdings bereits in der Altersgruppe 18-29 mehr als ein Drittel der Befragten (34%) einer Aussage, dass sie in ihrem Berufsleben noch viele M\u00f6glichkeiten erwarten, nicht zustimmen konnten, macht mich doch sehr nachdenklich. Ich m\u00f6chte ja Menschen zufriedener und dadurch auch erfolgreicher machen. Das aber beginnt nahezu immer im eigenen Kopf. Wer t\u00e4glich mit negativen Gedanken, eigenen Grenzen und Begrenzungen und ohne positive Gedanken zu Werke geht, der wird Zufriedenheit nach meiner Erfahrung nur sehr schwer erreichen k\u00f6nnen. Da hoffe ich doch sehr, dass sich noch viele Menschen f\u00fcr einen Perspektiv- und Gedankenwechsel gewinnen lassen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/choice-2692575-1024x380.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3200\" width=\"505\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/choice-2692575-1024x380.jpg 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/choice-2692575-300x111.jpg 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/choice-2692575-768x285.jpg 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/choice-2692575-1536x569.jpg 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/choice-2692575-2048x759.jpg 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/choice-2692575-1200x445.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 505px) 85vw, 505px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Zum Abschluss noch ein Blick in Richtung k\u00fcnstliche Intelligenz (KI), die durch einige Textgenerierungsprogramme gerade einmal wieder in aller Munde ist. 70% sagen in einer Studie des Branchenverbandes Bitcom, dass Textgenerierung durch KI in Zukunft zum Berufsalltag geh\u00f6ren wird. 51% der Befragten glauben denn auch, dass durch die Unterst\u00fctzung mit KI weniger Personal ben\u00f6tigt werden wird und 40% glauben sogar, dass manche Berufe ganz verschwinden werden. Ist KI also als ein Segen oder doch ein Fluch \u2013 das wird sich zeigen. 29% der Unternehmen schlossen aktuell die Nutzung von KI f\u00fcr sich vollst\u00e4ndig aus. Nur jedes sechste Unternehmen plant aktuell, die Software zur Textgenerierung tats\u00e4chlich einzusetzen. Wirklich im Einsatz war die Software noch in keinem der mehr als 600 befragten Unternehmen. Ist also alles aktuell nur ein Hype? Warten wir es ab, ob, wann und in welchem Umfang KI einen Siegeszug antreten wird oder auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hoffe, liebe Leserinnen und Leser, Sie haben f\u00fcr sich wieder den ein oder anderen Aspekt gefunden, der Ihnen einen Impuls gibt oder den Sie vielleicht vertiefen m\u00f6chten. Der n\u00e4chste Beitrag in dieser Reihe erscheint wieder Ende Juli 2023.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Die in diesem Beitrag zitierten Studien wurden ver\u00f6ffentlicht in den Ausgaben 5\/2023 und 6\/2023 von <em>managerseminare<\/em>.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Wegbegleiter-2023.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4287\" width=\"226\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Wegbegleiter-2023.jpg 539w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Wegbegleiter-2023-256x300.jpg 256w\" sizes=\"auto, (max-width: 226px) 85vw, 226px\" \/><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast kein Monat vergeht, in dem nicht neue Befragungsergebnisse rund um das Thema Homeoffice ver\u00f6ffentlicht werden. Das National Bureau of Economic Research legt aktuell eine Umfrage vor, die der Frage nachging, wie durch nicht mehr vorhandene Arbeitswege gewonnene Zeit eingesetzt wird. Durchschnittlich 72 Minuten pro Tag sparten die Befragten durch ihre T\u00e4tigkeit im Homeoffice ein. &hellip; <a href=\"https:\/\/marioporten.de\/?p=4412\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eArbeitswelt und F\u00fchrung: aktuelle Trends und Umfragen, Ausgabe 30.05.2023\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":60,"featured_media":3972,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[25,27,52,50,971,701,107,110,37,287],"class_list":["post-4412","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelle-fakten-und-umfragen","tag-erfolg","tag-fuehrung","tag-fuehrungskraefte","tag-krankschreibungen","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-new-leadership","tag-new-work","tag-selbstreflexion","tag-veraenderung","tag-zufriedenheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/marioporten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4412","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/marioporten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/marioporten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marioporten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/60"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marioporten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4412"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/marioporten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4412\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4416,"href":"https:\/\/marioporten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4412\/revisions\/4416"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marioporten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3972"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/marioporten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4412"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/marioporten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4412"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/marioporten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4412"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}