{"id":4876,"date":"2024-08-16T05:00:00","date_gmt":"2024-08-16T03:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marioporten.de\/?p=4876"},"modified":"2024-08-13T17:02:11","modified_gmt":"2024-08-13T15:02:11","slug":"erleben-selbst-gestalten-olympische-momente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marioporten.de\/?p=4876","title":{"rendered":"Der MP Impuls zur Selbstreflexion vom 16.08.2024: Erleben selbst gestalten &#8211; olympische Momente"},"content":{"rendered":"\n<p>In meinen inzwischen 15 Jahren, die ich als Coach arbeite, kommen immer wieder Menschen zu mir, weil sie gerade \u201eein Problem haben\u201c, welches sie allein nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen. Sehr oft ergibt sich schon in den ersten Schilderungen der Klienten eine Situation, in der sie sich als ausgeliefertes Opfer erleben und andere an ihrer Situation schuldsind. Damit ist f\u00fcr mich auch klar, wo ich die ersten Interventionen anzusetzen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Erleben ist immer gepr\u00e4gt durch unsere pers\u00f6nliche Bewertung einer Situation. Wir sind niemals ein ausgeliefertes Opfer, dessen Erleben fremdbestimmt ist. Die wesentlichen Forschungen dazu gehen auf den Biologen Maturana zur\u00fcck, der den Begriff der Autopoese gepr\u00e4gt hat. Leben bzw. Erleben ist also ein selbstorganisierter Prozess. Diese \u00dcberlegungen liegen auch den hypnosysthemischen Konzepten, wie sie in Deutschland allen voran Dr. Gunther Schmidt aber auch anderen entwickelt haben, zu Grunde. Es ist also niemals die Situation, ein Ereignis oder eine andere Person, die f\u00fcr unser Erleben verantwortlich ist, es ist immer unsere Bewertung und unser Umgang mit dieser Situation \u2013 wir sind immer selbst f\u00fcr unser Erleben verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Entschuldigung \u2013 eine solch eher wissenschaftliche Einleitung sind Sie von mir nicht gewohnt und ich werde auch sofort bildhaft und habe Beispiele f\u00fcr Sie, denn kaum irgendwo kann man diese Selbstbestimmtheit des Erlebens so gut sehen und h\u00f6ren wie bei den Olympischen Spielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier sind also einige olympische Bespiele aus Paris, wobei ich sehr bewusst auf Namen verzichte, denn es geht hier keinesfalls darum irgendjemanden anzuprangern oder blo\u00dfzustellen \u2013 menschlich habe ich f\u00fcr jede Reaktion gro\u00dfes Verst\u00e4ndnis. Wir werden aber sehen, wie unterschiedlich bei \u00e4hnlichen Erlebnissen die Situationsbewertung das Erleben macht:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Eine Schwimmstaffel steht zum Interview bereit, es ist so gut wie sicher, dass sie im Vorlauf ausgeschieden ist. Das gro\u00dfe Ziel \u2013 olympischer Endlauf &#8211; wird ziemlich sicher verpasst. Nach drei eher traurigen Antworten fragt der Interviewer die Schlussschwimmerin, wie Sie diesen Lauf erlebt habe. Die junge Frau bricht sofort in Freudentr\u00e4nen aus und sagt: \u201e Ich bin bei Olympia, das ist so gro\u00dfartig. Ich habe alles aufgesogen. Ich habe mein Bestes gegeben, es war so ein tolles Erlebnis!\u201c Auch so kann man ausscheiden.<\/li>\n\n\n\n<li>Eine Schwimmerin erreicht den Endlauf, es ist ein spannendes Rennen, am Ende reicht es ganz knapp nicht f\u00fcr eine olympische Medaille, sie wird Vierte. Als Sie zum Interview kommt, ist ihr die Entt\u00e4uschung anzusehen und sie sagt: \u201e4.Platz, das ist halt die erste Verliererin.\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Eine Judok\u00e4mpferin steht im Halbfinale und k\u00e4mpft damit um die Medaillen. Leider verliert sie sowohl das Halbfinale als auch den Kampf um die Bronzemedaille. Da im Judo zwei Bronzemedaillen vergeben werden, wird sie damit F\u00fcnfte. Im Interview sagt sie schlie\u00dflich unter Tr\u00e4nen: \u201e5.Platz, das ist wohl der bl\u00f6deste Platz, ich wollte unbedingt eine Medaille.\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Es ist das Finale \u00fcber 200 Meter R\u00fccken und als die acht Finalisten anschlagen, wird der Schwimmer in diesem Endlauf trotz pers\u00f6nlicher Bestzeit letzter. Als er zum Interview gebeten wird, strahlt er und sagt: \u201eIch habe nochmal (pers\u00f6nliche) Bestzeit geschwommen, mehr kann ich nicht wollen.\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Ein Leichtathlet ist 19. geworden und damit auch hinter seinen eigenen Erwartungen zur\u00fcckgeblieben. Sichtlich entt\u00e4uscht sagt er im Interview: \u201eIch werde F\u00f6rderung verlieren, muss also in Zukunft mit weniger auskommen und noch mehr leisten.\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Eine Schwimmstaffel erreicht als achte das olympische Finale. Es ist schon klar, dass sie in diesem Finale keine Chance haben wird, um eine olympische Medaille mitzuschwimmen, zu gro\u00df ist der Abstand zu den besten Mannschaften. Im Interview sagt einer der Schwimmer: \u201eIch bin \u00fcbergl\u00fccklich, dieses Erlebnis mit den Jungs, wir stehen im olympischen Finale \u2013 gro\u00dfartig!\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Kajak-Cross Finale der Frauen: Vier Boote fahren um die drei Medaillen und die Kanutin wird vierte. Ein Fehler an einem Tor f\u00fchrt zu einer Strafe, damit hat sie keine Chance mehr. Sie bleibt als einzige in diesem Endlauf ohne Medaille. Wenige Minuten sp\u00e4ter ist das Finale der Herren und ihr Landsmann macht es besser und gewinnt die Bronzemedaille. Kaum ist er mit seinem Boot in Ufern\u00e4he springt die eben noch unterlegene Sportlerin ins Wasser, schwimmt zu ihm und ist die erste Gratulantin, die ihm um den Hals f\u00e4llt.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" data-id=\"4878\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/medals-1622902-1-1024x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4878\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/medals-1622902-1-1024x1024.png 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/medals-1622902-1-300x300.png 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/medals-1622902-1-150x150.png 150w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/medals-1622902-1-768x768.png 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/medals-1622902-1-1536x1536.png 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/medals-1622902-1-2048x2048.png 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/medals-1622902-1-1200x1200.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesen Beispielen, die ich noch um viele weitere erg\u00e4nzen k\u00f6nnte, m\u00f6chte ich es bewenden lassen. Ich glaube es wird sehr deutlich, dass es nicht das Ereignis als solches ist, sondern die ganz pers\u00f6nliche Bewertung der Sportlerinnen und Sportler, die das Erleben bestimmt. Und vielleicht ist ihnen auch aufgefallen, dass \u00fcberall dort, wo der Fokus auf externer Anerkennung (Medaillen, F\u00f6rderung, etc.) lag, die Bewertung meist negativer ausgefallen ist, als wenn die pers\u00f6nliche Leistung im Fokus stand.<\/p>\n\n\n\n<p>In meiner Arbeit ist oftmals der Durchbruch erreicht, wenn meine Klientinnen und Klienten verstanden haben, dass Sie selbst f\u00fcr Ihr Erleben verantwortlich sind. Das ist keinesfalls immer leicht, denn oftmals war es viel einfacher einem Dritten die Schuld an der eigenen Situation zu geben und darauf zu warten, dass dieser sein Verhalten \u00e4ndert, damit es auch mir besser geht. Nur passierte das oftmals leider nicht, bequem war diese Haltung trotzdem.<\/p>\n\n\n\n<p>Sich aufzuraffen und selbst aktiv zu werden, Gedanken und Bewertungen zu \u00e4ndern, Verhalten neu auszurichten und Verantwortung f\u00fcr sich zu \u00fcbernehmen, ist anstrengend und keinesfalls einfach, weshalb ich jedes Mal aufs Neue gro\u00dfen Respekt vor meinen Klientinnen und Klienten habe. Die Ergebnisse \u00fcberzeugen dabei immer wieder, denn die Geschichten \u00e4hneln sich am Ende immer und lassen sich vielleicht in folgendem Satz zusammenfassen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSeit ich kein ausgeliefertes Opfer mehr bin, sondern die Dinge aktiv selbst gestalte, geht es mir viel besser, selbst wenn nicht jeder Tag nur aus Gl\u00fccksgef\u00fchlen besteht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wird auch klar, dass es weiterhin negative Gef\u00fchle wie Trauer, Wut oder \u00c4rger geben wird. Diese Gef\u00fchle sind auch wichtig und geh\u00f6ren zum Leben dazu, die Frage ist nur, ob wir zulassen, dass sie uns dauerhaft beherrschen oder nicht. Es geht nicht um \u201ealle Tage Sonnenschein\u201c, aber um das Bewusstsein, dass wir niemals ausgeliefert und hilflos sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"791\" data-id=\"4881\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/masks-4504122-1-1024x791.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4881\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/masks-4504122-1-1024x791.png 1024w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/masks-4504122-1-300x232.png 300w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/masks-4504122-1-768x593.png 768w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/masks-4504122-1-1536x1187.png 1536w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/masks-4504122-1-2048x1582.png 2048w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/masks-4504122-1-1200x927.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben also die Wahl, wie Sie Ihr Erleben gestalten m\u00f6chten \u2013 sie erzeugen es selbst \u2013 Autopoese eben.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche der olympischen Geschichten in diesem Beitrag m\u00f6chten Sie als Ihr Beispiel w\u00e4hlen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wann hatten Sie zum letzten Mal das Gef\u00fchl ausgeliefert und hilflos zu sein? Wie sind Sie dieser Situation entkommen?<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Geschichte w\u00fcrden Sie mir erz\u00e4hlen, wenn ich nach einem Erlebnis fragen w\u00fcrde, dass sich wie eine Niederlage anf\u00fchlte, Sie aber gro\u00dfartig gemeistert haben?<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Situation steht Ihnen vielleicht in naher Zukunft bevor, bei der Sie sich schon im Vorfeld klar machen k\u00f6nnten, wie sehr Ihr Erleben dieser Situation von Ihrer Bewertung abh\u00e4ngen wird?<\/p>\n\n\n\n<p>#selbstreflexion<\/p>\n\n\n\n<p>#coaching<\/p>\n\n\n\n<p>#wochenendimpuls<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"373\" height=\"391\" src=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Wegbegleiter-2024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4602\" style=\"width:339px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Wegbegleiter-2024.jpg 373w, https:\/\/marioporten.de\/wp-content\/uploads\/Wegbegleiter-2024-286x300.jpg 286w\" sizes=\"auto, (max-width: 373px) 85vw, 373px\" \/><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinen inzwischen 15 Jahren, die ich als Coach arbeite, kommen immer wieder Menschen zu mir, weil sie gerade \u201eein Problem haben\u201c, welches sie allein nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen. 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