Besonders wertvoll: Am 01. und 02.09.2026 in der Seehundstation Friedrichskoog

Mindestens einmal im Jahr zieht es mich an die Westküste in die Seehund(aufzucht)station nach Friedrichskoog. Diese Einrichtung kann man für Schleswig-Holstein sicher ohne zu zögern als besonders wertvoll bezeichnen. 200-250 Heuler werden dort jedes Jahr aufgezogen und anschließend wieder ausgewildert. Alles Tiere, die aus unterschiedlichen Gründen ihre Mutter verloren haben oder verletzt wurden. Die allermeisten von ihnen hätten ohne die Aufzucht in der Station keine Überlebenschance. Die Menschen in Friedrichskoog leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Natur vor unserer Haustür.

In der Station leben auch fünf Dauerhaltungstiere, die aus unterschiedlichen Gründen nicht ausgewildert werden konnten und daher dauerhaft in der Station verbleiben. Aktuell sind dies die Kegelrobben Juris und Nemi und die drei Seehunde Hein, Snorre und Mareike. Gerade bei ihren kommentierten Fütterungen kann man viel über die beiden größten in Deutschland lebenden Raubtiere lernen und es macht Spaß zu sehen, mit wieviel Freude die Tiere am Training teilnehmen. Man weiß natürlich, was nach jeder gelungenen Übung kommt: der Belohnungsfisch! Das Training basiert auf Freiwilligkeit und positiver Sanktionierung.

Ich versuche immer mindestens 4-5 Stunden pro Tag vor Ort zu verbringen und so komme ich meist auch zu der Gelegenheit, besondere Fotos, insbesondere Tiergesichter, zu fotografieren. Am zweiten Tag bot sich bei herrlichem Sonnenschein eine solche Gelegenheit, als sich Kegelrobbendame Nemi zwei Stunden lang auf einem Felsen sonnte. Wie also lächelt eine Kegelrobbe?

Nemi ist mit ihrer gepunkteten Fellzeichnung ein besonders attraktives Fotomodell!

Hier sind weitere Bilder der beiden Kegelrobben:

Nicht ganz so groß wie die beiden Kegelrobben sind die drei Seehunde vor Ort. Mir fällt es trotz aller vor Ort gegebenen Hinweise schwer, die drei im Wasser auseinanderzuhalten. Egal ob allein oder zu zweit mit einem Tierpfleger, die Tiere absolvieren ihr Training genauso wie die Kegelrobben mit sichtlichem Spaß an der Sache. Hier sind Bilder der drei Seehunde in Dauerhaltung:

Wenn man Anfang September in die Station fährt, dann sind die Heuler natürlich keine Heuler mehr. Da die meisten Seehunde im Juni geboren werden, sind sie Anfang September bereits zu stattlichen jungen Seehunden herangewachsen. Am 01.09. waren noch 106 Jungtiere vor Ort, wobei 16 von ihnen an diesem Tag ausgewildert wurden. In der Spitze im Juli bzw. Anfang August habe ich schon über 200 Jungtiere vor Ort angetroffen. Das Gewusel in den nicht direkt zugänglichen Aufzuchtbecken ist dann besonders groß, aber auch so war noch einiges los. Bilder von den Jungtieren kann man nur unter Inkaufnahme von Einschränkungen von den Aussichtsplattformen oder an einer Ecke am Beginn des Aufzuchtbereiches machen, so dass die Bildqualität teilweise nicht optimal ist. Das ist halt so, denn wichtig ist allein, dass die Tiere möglichst wild bleiben und gesund und gut vorbereitet zurück in die Freiheit kommen. Hier sind also die Heuler/Jungtiere:

Auch in diesem Jahr habe ich wieder ein Patentier in der Station, die jede Unterstützung gut gebrauchen kann. Mein “Patenkind” kam am 18.06. wenige Tage alt in die Station nachdem sie in Hedwigenkoog ohne Mutter gefunden wurde. Mit 7,7KG gehörte sie zu den kleinsten Findelkindern des Jahrgangs 2026.

Ich war gespannt, ob sie noch vor Ort sein würde und ob ich sie überhaupt würde finden und fotografieren können. Da die Station vor Ort über ein sehr gutes Informationssystem verfügt, wusste ich schließlich, in welchem Becken ich suchen musste. Am zweiten Tag befanden sich noch drei Tiere n diesem Becken und ich fotografierte fröhlich drauf los, wann immer ich eines der drei Tiere erwischen konnte. So gelangen mir tatsächlich zwei Bilder meines “Patenkindes”, das ich an seiner Flossenmarke erkennen konnte.

Sie ist erfreulicher Weise zu einem richtig schönen jungen Seehund herangewachsen und nach meinen Gesprächen vor Ort steht auch für sie nun bald der Weg in die Freiheit an. Dann heißt es selber Fische fangen und ein hoffentlich gutes und langes Leben genießen. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie es dank der wunderbaren Menschen vor Ort geschafft hat und ich einen kleinen Beitrag dazu leisten konnte. Mach’s gut im großen weiten Meer und hab immer einen Hering zu viel im Bauch!

Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen, der die Arbeit der Seehundstation ebenfalls unterstützen möchte, wofür es so viele Möglichkeiten gibt. Was wollen wir schützen und unterstützen, wenn nicht die Natur vor unserer Haustür? Ich verlinke hier mal die entsprechende Seite. Für mich wird es jedenfalls auch in 2027 wieder mindestens ein Patentier sein und ich freue mich schon auf meine Westküstentour im nächsten Jahr.

Die Westküste ist so ganz anders als unsere Ostseeseite von Schleswig-Holstein. Viel mehr Weite, viel mehr Schafe, mehr Wind und mehr… nichts. Auf Dauer leben könnte ich dort wohl nicht, für ein paar Tage im Jahr dort zu sein, ist einfach wunderbar und sehr erholsam.

Wer von Euch kennt die Seehundstation in Friedrichskoog?

Was war Euer schönstes Erlebnis dort?

Ich freue mich wie immer auf Eure Kommentare.

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Die Veröffentlichung dieser Fotos erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Seehundstation Friedrichskoog, wofür ich mich herzlich bedanke.

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