Weihnachtsgeschichte

Weihnachten ist die Zeit der Geschenke, aber auch der Geschichten. Für mich also der ideale Tag Euch (wenn ihr sie denn lesen wollt) die Geschichte meines schönsten Geschenks der Natur in 2025 zu erzählen.

Es war mein erstes Jahr, in dem ich regelmäßig als Naturfotograf im Wald unterwegs war. Fotografiert habe ich schon viel, aber die regelmäßige, oft tägliche, Zeit im Wald war neu.

8 Rehkitze durfte ich diesem Jahr in „meinem“ Revier begleiten. Zwei Ricken mit Einzelkitzen (1,1) und zwei Ricken mit Zwillingen. Eine führte zwei starke Bockkitze und eine zwei junge Damen, die ebenfalls sehr gut aussahen.

Und dann waren da noch zwei Kitze, die mir mehrfach begegneten, aber immer ohne Mutter unterwegs waren. Etwa zwei Wochen traf ich das kleine Böckchen mit seiner Schwester regelmäßig. Sie sahen sehr mager aus, man konnte jede Rippe sehen, fast „klapprig“ wirkten sie auf mich. Sie standen und liefen stets eng zusammen und wirkten dennoch irgendwie einsam und verlassen. Ich kam für mich zu dem Schluss, dass der Mutter etwas passiert sein musste und die beiden offensichtlich Waisenkinder und auf sich allein gestellt waren.

Die Natur bringt natürlich Härten mit sich, niemals ist alles nur Freude und auch der Verlust der Mutter, so schmerzlich er auch sein mag, gehört dazu. Dennoch ertappte ich mich dabei, dass mich die Situation der beiden Tiere traurig machte und ich gezielt nach ihnen suchte, um wenigstens zu sehen, ob es ihnen gut geht.

So eine Suche brachte am 30.10.2025 eine überraschende Wende. In einiger Entfernung sah im Wald eine Ricke mit zwei Kitzen und schaute neugierig durch mein Teleobjektiv. Zwei Böckchen oder zwei Geißkitze, das war eigentlich die Frage. Doch zu meiner Überraschung führte die Ricke ein Böckchen und ein Geißkitz! Die vermeintlichen Waisen hatten ihre Mama wiedergefunden! Ich freute mich sehr, wo auch immer die Ricke gewesen sein mochte und was auch immer zu der Trennung von ihren Kindern geführt haben mochte. An diesem Abend gingen sie zügig weiter in den Wald hinein und ich konnte nicht viele Bilder machen.

Am nächsten Morgen war ist zu Sonnenaufgang wieder da und freute mich sehr, die Ricke mit ihren beiden Kitzen auch zügig an einem der noch recht reichhaltigen Futterplätze im Revier wiederzufinden. Die Ricke blieb dieses Mal stehen und zeigte keinen Fluchtreflex. Minutenlang konnte ich sie beobachten und fotografieren. Liebevoll leckte sie ihre Kitze und stupste sie mit der Nase an, sogar trinken durften sie noch, obwohl das für Ende Oktober eher ungewöhnlich ist.

Dass ich diese wunderbare Wiedervereinigung so eng begleiten durfte, waren für mich sehr emotionale Momente. In den folgen Wochen traf ich die drei immer wieder stets eng beieinander, so als wollten die auf jeden Fall verhindern, dass sie nochmals getrennt werden. Wenige Tage vor diesem Weihnachtsfest traf ich sie früh morgens zum bislang letzten Mal und kann bestätigen, dass es allen drei Tieren gut geht.

Das ist mein schönstes Geschenk, welches mir die Natur in 2025 gemacht hat und mehr brauche ich auch nicht.

Ich wünsche Euch allen ein friedliches Weihnachtsfest 2025!

Noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Ab 2026 arbeite ich nicht mehr, sondern werde meine Zeit ganz der Schönheit der Natur widmen und versuchen, sie auch anderen Menschen näher zu bringen und Geschichten wie diese in Bilden und Worten zu erzählen.
Wer Lust hat, an diesen Geschichten und meinen Bildern teilzuhaben, der abonniert am besten diesen neuen Naturfoto-Blog, der sich noch nicht im finalen Design befindet, was aber zeitnah geschehen wird. Danke dafür!

„Hallo Hühners!“, begrüße ich wie jeden morgen in den letzten Tagen meine vier neuen Freundinnen, die sofort gackernd auf mich zulaufen. In den letzten Tagen haben die vier freundlichen Hühner natürlich gelernt, dass ich jeden Morgen ein paar leckere Würmer oder Fliegenlarven mitbringe, die sofort freudig zum Frühstück vertilgt werden.

Die vier „Damen“ sind die Hühner meiner lieben Nachbarn, die im wohlverdienten Urlaub weilten, so dass ich die Urlaubsvertretung war. Morgens habe ich also einmal geschaut, ob auch alles in Ordnung ist und dabei immer ein paar Leckereien mitgebracht. Mittags war dann saubermachen, Eier einsammeln und die Hauptfütterung angesagt. Das waren schöne kleine Abwechslungen im meinem normalen Tagesablauf und die Tiere interagierten immer sofort mit mir. Selbst wenn ich am Abend meist nur nochmal über den Gartenzaun geschaut habe, ob nach wie vor alles in Ordnung ist, liefen die Hühner in ihrem Freilauf sofort in meine Richtung. Hätte ja sein können, dass es doch nochmal ein Leckerli gibt – Tiere lernen schnell und sind absolut bestechlich.

Manchmal, wenn es nicht gerade regnete, habe ich auch noch ein paar Minuten auf der Bank vor ihrem Freilauf gesessen und ihnen einfach zugeschaut. Zufrieden wurde der Salat oder die Gurke zerpflückt oder nach den letzten Mehlwürmern gesucht. An mir selbst bemerkte ich immer wieder, dass ich schließlich mit einem Lächeln aufgestanden bin, um an meinen Arbeitsplatz zurückzukehren oder mich zum nächsten Termin aufzumachen. Tiere haben auf mich immer eine beruhigende Wirkung, lassen mich zur Ruhe kommen und zumindest für ein paar Momente glücklich und zufrieden sein. Und solche Momente reichen dann oft schon aus, den Akku – sozusagen im Boost-Verfahren – wieder ein wenig aufzuladen.

Danke also meine „Damen“ für die schönen Momente, jetzt ist die Chefin wieder da und ich bin „entlassen“. Übrigens sind solche Momente vielleicht auch gerade deshalb besonders wertvoll, weil sie gerade nicht Teil des täglichen Alltags sind, sondern nur eine vorrübergehende neue Erfahrung – neue „Freundinnen“ eben. Neue Erfahrungen und Erlebnisse sind immer besonders wertvoll – Mini-Auszeiten vom Alltag.

In welcher Form haben Sie schon mal eine ähnliche Erfahrung gemacht?

Haben Sie auch Tiere, die immer wieder diese kurzen Momente des „Runterkommens“ ermöglichen?

Welche Urlaubsvertretung könnte Ihnen eine neue Erfahrung ermöglichen?

Ich wünsche Ihnen eine schöne neue Woche!

#coaching

#selbstreflexion

#tiere