Winterbegegnung -2-

Aktuell hat uns der Winter fest im Griff. Eis und Schnee dominieren im Revier und die Tiere haben Schwierigkeiten, Futter zu finden.

Auf meiner Runde gestern Abend, begrüßten mich die ersten Tiere gleich am Waldeingang. Wie immer blieb ich stehen und wir sahen uns eine Weile an, dann zogen sie weiter.

Auch auf der ersten großen Wiese waren Rehe auf Futtersuche. Die Tiere sind scheuer in diesen Tagen und so bleiben die Begegnungen flüchtiger als noch im Sommer oder Herbst.

An den Wasserläufen, welche die wiesen durziehen waren auch Kormorane und Graureiher eifrig auf Futtersuche. Leider gelang mir kein schönes Bild eines Komorans. Hunger scheinen sie aktuelle jedenfalls alle zu haben.

Mit fortschreitender Zeit begann es zu schneien und ich machte mich auf den Heimweg, als mit am Waldesrand noch eine Rocke mit Ihren zwei Kitzen begegnete. So schön die Tiere mit den Schneeflocken auch anzusehen sind, es macht mich traurig, dass sie offensichtlich aktuell Hunger leiden müssen.

Die Wetteraussichten verheißen mehr Schnee und anhaltende Kälte, das macht es den Tieren sicher nicht einfacher. Natur, da herrscht halt nicht immer nur Sonnenschein. Warten wir ab, wie es weitergeht und hoffen für die Tiere das Beste.

Winterbegegnung

Die Winterbegegnungen mit den Rehen haben einen ganz eigenen Charakter.

Vor ein paar Tagen traf ich dieses inzwischen halbwüchsige Bockkitz auf dem laubbedeckten Waldweg. In einiger Entfernung standen wir uns gegenüber und er schaute mich an. Es war als wollte er sagen: “Hallo, da bist Du ja wieder.” Er machte keine Anstalten vor mir davonzulaufen.

Ich kann nicht sicher sagen, um welches Tier es sich handelt, aber ich bin ziemlich sicher, dass wir und schön häufiger begegnet waren.

Nach ein paar Minuten ging er friedlich seines Weges, drehte sich nochmals zu mir um und ich hob langsam zum Abschied meine Hand, wie das häufig tue, um mich bei den Tieren für ihr Vertrauen zu mir zu bedanken. Dann gingen wir in unterschiedliche Richtungen davon.

Solche Begegnungen haben nichts spektakuläres und sind dennoch wunderbar und für mich sehr erfüllend. Ich genieße diese Momente, die ohne all die Alltagshektik sind. Einfach eintauchen in die Natur, ihre Schönheit genießen und die Verbindung zu den Tieren spüren.

Seit gestern arbeite ich nun nicht mehr – mehr von solchen Momenten steht ganz oben auf meinem Wunschzettel und auch meiner to-do-Liste für 2026! Viel mehr brauche ich nicht mehr.

In diesem Sinne, Euch allen ein friedliches und zufriedenes 2026!

Begegnungen

Begegnungen gibt es nicht nur mit Menschen.

Ich vermute, dass Martin Buber bei seinem Zitat allen voran auf die Begegnungen von Menschen miteinander abzielte. Doch es gibt auch andere Begegnungen voller Leben, voller Besonderheit und für mich vor allem voller großer Dankbarkeit.

Manchmal sind es die stillen Stunden im Morgengrauen oder die Stunden der abendlichen Dämmerung, in denen ich mich auf diese Begegnungen einlasse. Als Naturfotograf habe ich gelernt, dass jedes wirkliche Leben, wie es Martin Buber beschreibt, im Moment der Begegnung aufblüht. Gerade das vorsichtige Annähern an Rehe, diese scheuen Wächter des Waldes, öffnet eine Tür in eine Welt, die nur dem geduldig Lauschenden, dem achtsam Sehenden offenbart wird. Es sind Momente voller Ruhe und Achtsamkeit.

Der Augenblick, in dem ich ein sanftes Schnauben höre, die gespitzten Ohren wahrnehme, ist mehr als eine flüchtige Beobachtung: Es ist ein Dialog, still und voller Respekt. Ich bin Gast im Lebensraum eines anderen Wesens, und meine Kamera wird zum Vermittler zwischen zwei Welten. In dieser Zeit kann ich meine eigenen Erwartungen loszulassen und ganz in das Hier und Jetzt eintauchen. Ich erlebe nicht nur die Suche nach einem möglichst gelungenen Foto, sondern vor allem spüre ich eine Verbindung zu dem Tier, zu der Landschaft und zu mir selbst. Im besten Fall lässt sich diese wunderbare Emotion später durch das Betrachten des entstandenen Bildes jederzeit wieder aktivieren.

Seit Monaten begleite ich eine Ricke zunächst allein, inzwischen mit Ihrem Kitz. Immer wieder begegnen wir uns im Wald, halten inne und schauen uns gegenseitig an. Inzwischen ist viel Vertrauen gewachsen, der angeborene Fluchtinstinkt der Tiere ist weitgehend gewichen. Für mich ist jede Begegnung mit diesen Tieren ein besonderer, unendlich wertvoller Moment. Ich spüre eine Verbindung zu ihnen und zur Natur. Ich bin ganz bei mir, erfüllt, zufrieden und glücklich. Vielleicht wird aus all diesen Begegnungen und den dabei entstandenen Bildern mal ein Kinderbuch oder ähnliches, doch das ist eine andere Geschichte.

Heute möchte ich Dich mit diesem Impuls einladen, solche oder ähnliche Begegnungen als Einladung zu verstehen, Lebendigkeit, Verbindung und Respekt zu erfahren. Jede Annäherung ist einzigartig, jeder scheue Blick, jedes Verharren, um abzuwarten, was passiert. Jedes Mal ein neues Kapitel, welches ich schreibe, oft nur für mich.

Lass auch Du solche Begegnungen zum Herzschlag deiner Arbeit und Lebens werden und finde in der Stille der Natur die Fülle wirklichen Lebens.

Wo und mit wem kannst Du ähnliche Begegnungen erleben?

Welche Begegnungen hast Du bereits erlebt?

Welche besonderen Emotionen aktivieren derartige Begegnungen bei Dir?

Ich wünsche Euch allen eine zufriedene und erfolgreiche neue Woche!

#natur

#begegnung

#coaching