Am Aschermittwoch ist alles vorbei – und so gingen in der vergangenen Woche die närrischen Tage in den vielen Karnevals- und Faschingshochburgen in Deutschland zu Ende. Nicht dass ich ein Karnevalsfan wäre, obwohl Köln ja meine Heimatstadt ist. Eine wertvolle Funktion erfüllen diese närrischen Tage aber ganz sicher.

Sie spenden sehr vielen Menschen eine Auszeit vom Alltag und die ist für uns alle wichtig. Tausende von Menschen zogen in den letzten Tagen kostümiert und feiernd durch die Sitzungen, durch die Lokale und am Ende durch die Straßen. Sie schlüpften in Kostüme, vertieften sich in ganz andere Rollen, saugten die Leichtigkeit auf und ließen den Alltag hinter sich. Selbst wenn das für einige Arbeit ist, denn die Organisation in den großen Karnevalshochburgen ist nicht zu unterschätzen, so ist es doch eine Auszeit vom Alltag: Zugleiter, Sitzungspräsident, Tanzoffizier, Funkiemariechen, Bütterendnerin oder Büttenredner – viele Aufgaben und Rollen, aber eben kein Alltag.

In meiner Heimatstadt Köln gab es in diesem Jahr zum ersten Mal ein Dreigestirn, dass von einer Familie gestellt wurde: Sohn (Prinz), Vater (Jungfrau) und Onkel (Bauer). Für die drei Karnevalisten muss das ein Ereignis für die Ewigkeit gewesen sein, von dem sie ihr ganzes Leben lang zehren können. Auszeit vom Beruf und Alltag, kombiniert mit so einem tollen Familienerlebnis – großartig.

Nun möchte ich Sie natürlich gar nicht für die „5. Jahreszeit“ begeistern, sondern nur an diesem Beispiel klar machen, wie wichtig Auszeiten sind. Der Alltag kostet immer Kraft und jede Auszeit hilft – körperlich und/oder mental – ihn besser zu bewerkstelligen. Auszeiten laden unsere Akkus wieder auf und ohne dass, geht es nicht. Wie diese Auszeiten aussehen, dass ist natürlich jedem selbst überlassen, da gibt es vielfältige Möglichkeiten: Reisen, Sport, Abenteuer, Wellness, Ehrenamt, uvm. Die Suche nach dem, was für Sie stimmig ist, können Sie nur selbst vornehmen.

Wann haben Sie sich die letzte Auszeit gegönnt?

Wie sehen Ihre regelmäßigen kleinen Auszeiten vom Alltag aus?

Suchen Sie vielleicht noch nach der richtigen Form der kraftspendenden Auszeit?

Wann ist Ihre nächste Auszeit eingeplant?

#zufriedenheit

#selbstreflexion

#wegbegleiter2024

Nachdem ich vor einigen Wochen in einem Interview mit Herrn Schmid so viele Parallelen zu meiner Coachingarbeit gefunden habe, setze ich die meine Reihe mit Impulsen, die auf Zitaten von ihm aufsetzen, nach der Lektüre meines ersten seiner Bücher mit diesem weiteren Impuls noch einmal fort.

Vielleicht kennen Sie eine ähnliche Situation ja auch: Sie sind heute „schlecht drauf“, Sie fühlen sich gereizt oder genervt, müde und möchten am liebsten von allen in Ruhe gelassen werden. Aber – Sie haben heute einen wichtigen Termin, egal ob geschäftlich oder privat. Schlechte Laune können Sie eigentlich gar nicht gebrauchen. Aber natürlich fällt auch Ihrem Umfeld auf, dass Sie heute nicht gut drauf sind und schon beim Frühstück fällt zum ersten Mal die Bemerkung: „Du hast ja heute eine Laune…“, was ihre Gereiztheit nur verstärkt.

Ich kenne viele Menschen, bei denen jetzt noch ein zweites unangenehmes Gefühl dazu kommt. Sie sind nämlich genervt von sich selbst, weil Sie gar nicht so negativ und gereizt sein wollen, wie sie es gerade sind und von anderen wahrgenommen werden. Und das nervt diese Menschen zusätzlich und verstärkt natürlich das allgemeine Unbehagen noch viel mehr.

Komisch, oder? Wenn mir „gut drauf“ sind, voller Energie und Lebensfreude, voller Tatendrang und Lebenslust, dann können wir das jederzeit sehr gut akzeptieren und voll auskosten – so wollen wir sein! Hurra! Und natürlich ist es auch gut, diese Phasen in vollen Zügen zu genießen. Halten Sie ewig an? Nein, was für eine blöde Frage, das weiß doch jeder – danke, Sie haben ja Recht.

So ist es allerdings auch nicht unseren schlechten Launen, die wir nicht so gut ertragen können. Sie sind nur der Gegenpol zu den gerade beschriebenen Gefühlen und dauern auch nicht ewig. Nur wenn wir gegen sie anarbeiten anstatt sie zu akzeptieren, dann verstärken wir sie nur.

„Schlecht drauf sein“ ist in den meisten Fällen ja nur ein Symptom, dass uns zeigt, dass uns gerade etwas fehlt. Das ein Bedürfnis von uns gerade nicht erfüllt wird und sich durch die negativen Gefühle meldet. Das ist im Leben völlig normal, unvermeidlich und erlebt jeder von uns. Es ist also wesentlich sinnvoller die Energie nicht darauf zu fokussieren, dass wir so eigentlich nicht sein wollen und gegen die schlechte Laune anzukämpfen, sondern diese Energie vielmehr in die Lösungssuche zu investieren, was mir gerade fehlt. Welches meiner Bedürfnisse wird gerade nicht erfüllt und meldet sich jetzt? Was ist das überhaupt ganz konkret für ein Gefühl, dass ich da gerade empfinde? Ist es vielleicht Wut, Müdigkeit, Traurigkeit oder etwas ganz anderes? Hier ist Ihre Energie viel besser investiert – wenn Sie die Ursachen gefunden haben, können Sie Abhilfe schaffen. Also gilt auch bei „schlechten“ Launen und Gefühlen zunächst: Akzeptiere sie, kämpfe nicht dagegen an! Dann suche die Ursachen und schaffe Abhilfe. Natürlich sind die Stimmungshochs leichter anzunehmen, aber dass es leicht ist, habe ich auch nicht gesagt.

Nur nebenbei bemerkt: Falls Sie dafür etwas Zeit brauchen, sagen Sie einen Termin lieber ab, bevor er durch Ihre Stimmung misslingt. Und Offenheit anderen Menschen gegenüber ist oftmals auch sehr hilfreich: „Ich bin heute nicht gut drauf, aber ich suche schon nach Ursache und Lösung!“ Ist das nicht auch für Ihr Umfeld ein viel besserer Zustand, als wenn Sie scheinbar grund- und anlasslos schlecht gelaunt sind? Sie dürfen es sich erlauben, dass es auch diese Tage gibt.

Wann waren Sie das letzte Mal „schlecht drauf“?

Wie sind Sie damit umgegangen?

Was ist an diesem Tag „schiefgelaufen“?

Wie viele Menschen haben Sie auf Ihre schlechte Laune angesprochen?

Wie hätten Sie diesen Tag auch anders gestalten können?

Haben Sie die Ursache gefunden?

#zufriedenheit

#coaching

#wegbegleiter2024

Immer wieder begegnen mir in meiner Arbeit Klienten, die im Laufe ihres Lebens auch schon mit Psychotherapeuten zusammengearbeitet haben. Viele dieser Klienten kannten dann auch schon einige Methoden, die wir im Coaching angewandt haben. Oft höre ich von ihnen Aussagen, der Unterschied sei, dass ich als Coach mit meinen Klienten viel mehr nach vorne in die Zukunft schaue.

„Natürlich tue ich das“, sage ich dann oft, „in der Vergangenheit können Sie ja kaum leben, die ist nämlich bereits vorbei“. Coaching versucht ja immer die Zukunft des Klienten zu einem Besseren zu gestalten oder um präziser zu sein, ihn zu befähigen, seine Zukunft positiver zu gestalten. Dafür schauen wir kurz zurück, denn die Vergangenheit liefert oftmals Erklärungen und hilft zu verstehen, warum etwas ist, wie es ist. Dort lange zu verbleiben, ist jedoch wenig hilfreich.

„Und wie kann ich es besser machen?“, werde ich dann oft gefragt und gebe immer wieder die gleiche Antwort. Ich weiss natürlich nicht, wie mein Klient sein Leben besser gestalten kann, wie vermessen wäre es, wenn ich so tun würde, als könnte ich das Leben anderer Menschen gestalten? Was ich tun kann, ist Möglichkeiten anzubieten, aus denen mein Klient auswählen und die mein Klient ausprobieren kann. Was ihm guttut, kann er beibehalten, was ihm nicht guttut, kann er wieder gegen eine andere Alternative austauschen. Dr. Gunther Schmidt hat das in einem seiner Bücher mal den „Realitätenkellner“ genannt, ein Begriff, der mir sehr gut gefällt. Für mich habe ich inzwischen eher den Sparringspartner im Sprachgebrauch etabliert. Es ist ein Austausch von Ideen, ein kritisches Hinterfragen und ein neugieriges: „Na, wie gut hat es funktioniert?“.

Coach zu sein bedeutet ja gerade, keine Lösungen für die Probleme anderer zu haben. Geht es Ihnen nicht auch so? Wenn ein anderer Ihnen sagt, was Sie tun sollen und wie Sie es tun sollen, dann ist die kritische Schwelle, die es zur Umsetzung zu überwinden gilt, viel höher. Wenn Sie selbst entschieden haben, was und wie Sie es tun wollen, dann legen Sie viel kraftvoller und zielstrebiger los.

Und so finde ich es wunderbar als Coach meine Klientinnen und Klienten zu neuen Gedanken, zu kreativen Ideen, zu anderen Lösungen und neuen Sichtweisen zu inspirieren. Und das reicht dann auch.

#zufriedenheit

#coaching

#wegbegleiter2024

Der MP Impuls zur Selbstreflexion vom 03.02.2024

„Ach ja, der Perfektionist in mir“, stöhnte mein Klient verzweifelt. Und das war schon die fortgeschrittene Version, denn vor ein paar Wochen hätte er wahrscheinlich noch – sehr trotzig und zu gleich über sich selbst verärgert – gesagt: „Ich bin halt ein Perfektionist!“

Mittlerweile hatten wir schon ein paar Coachings gehabt und er konnte inzwischen gut annehmen, dass ein Teil von ihm ein Perfektionist war, aber eben nur ein Teil von ihm. Dieser Persönlichkeitsanteil ging auf einen der Antreiber zurück, die wir aus der Transaktionsanalyse kennen, den Antreiber: „Sei perfekt!“

Die verschiedenen Antreiber, die die Transaktionsanalyse beschreibt, haben wir in unterschiedlicher Ausprägung natürlich alle – jeder in seiner ganz individuellen Kombination. Sie entstehen schon in unserer Kindheit und Jugend und begleiten uns unser ganzes Leben lang. Ohne diese Antreiber ginge es auch schlecht, sie sorgen dafür, dass wir Dinge erledigt bekommen, im Leben vorankommen und erfolgreich sind.

Menschen, bei denen ein oder mehrere Antreiber besonders stark ausgeprägt sind, haben es oft nicht leicht, denn es stellt sich häufig eine innere Unzufriedenheit ein, weil sie es diesem Antreiber bzw. diesen Antreibern scheinbar nie recht machen können.

In meiner Praxis begegnen mir besonders häufig Menschen, die einen stark ausgeprägten Antreiber der Gattung „Sei perfekt!“ haben. Vielleicht hat dies nur damit zu tun, dass solche Menschen überdurchschnittlich häufig Coachingbedarf haben, da Sie allein nicht mehr aus ihrer „Sackgasse“ herausfinden. Ich weiß das nicht genau, es ist einfach ein Fakt.

„Es ist einfach nicht gut genug, das muss noch besser gehen!“

„Ich muss noch mehr arbeiten, dann wird es sicher noch besser.“

„Ich mache noch eine Fortbildung, Wissen schadet nie.“

Perfektionisten neigen aber nicht nur dazu an sich selbst Anforderungen zu stellen, die sie einfach nicht erfüllen können. Insbesondere als Führungskräfte übertragen sie diese Anforderungen auch gerne auf ihre Mitarbeitenden und die können dann meist tun, was sie wollen, es ist nie gut genug. Je nach Persönlichkeit des Chefs kommt es dann teilweise zu sehr harten Urteilen, die oft als ungerecht empfunden werden. Am besten verdeutlicht dies das Beispiel von Klaus, der eines Tages ziemlich wütend zu mir ins Coaching kam. Er warf zwei DIN A4 Seiten auf den Tisch und sagte: „Da, lies Dir den Scheiß durch, den mein Mitarbeiter geschrieben hat. Alles voller Fehler, dem habe ich den Marsch geblasen… .“

Ich las den Text und fand – ziemlich zum Ende von Seite zwei – tatsächlich einen Kommafehler… .

Natürlich gibt es Situationen, in denen sind wir alle froh, wenn Perfektionisten am Werk sind: Fluglotsen im Tower, Herzchirurgen am OP-Tisch, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Im täglichen Leben aber würde uns oftmals etwas mehr Gelassenheit sehr guttun. Für ganz viele Konstellationen sind 80%-Lösungen völlig ausreichend und machen das Leben so viel leichter. Diejenigen unter Ihnen, die auch betriebs- oder volkswirtschaftlich etwas bewandert sind, werden zustimmen, dass die perfekte Lösung häufig auch einfach schlicht zu teuer oder zu aufwendig ist – die Stichworte für Experten lauten abnehmender Grenznutzen und Pareto-Optimum.

Wer jedoch einen sehr starken inneren Antreiber aus der Kategorie „Sei perfekt!“ hat, für den ist es natürlich schwer, mit 80%-Lösungen zufrieden zu sein. Gerade deshalb ist der Spruch, den ich diesem Impuls vorangestellt habe, vielleicht ein wunderbarer „Erlauber“ für solche Menschen:

„Entschuldigung, es ist mein erstes Leben, ich übe noch.“ Da muss man dann auch nicht perfekt sein.

Überhaupt: Ist perfekt sein nicht ein furchtbarer Gedanke? Was kommt danach, wenn der Zustand der Perfektion – vielleicht sogar dauerhaft – erreicht ist? Es gibt keine Ziele mehr, Sie können nicht mehr besser werden. Sie gewinnen immer, aber es ist nichts mehr wert, denn es gibt ja keine adäquate Konkurrenz. Sie werden sehr einsam werden, denn wer will schon mit jemandem zusammen sein, der immer perfekt ist? Und überhaupt, was ist Perfektion noch wert, wenn sie dauerhaft erreicht ist? Als Dartsspieler könnte ich sagen: Stell Dir vor, alle Legs wären 9-Darter (das perfekte Spiel)! Leuchten Ihre Augen, nein sicher nicht. Binnen Minuten wäre das sehr langweilig. Perfektion hat nur deshalb einen Wert, weil Sie meist nicht erreicht wird.

Und Sie? Wie halten Sie es mit der Perfektion?

Haben Sie einen Beruf oder ein Hobby, in dem Perfektion unbedingt erforderlich ist?

Kennen Sie jemanden, der sich aufgrund seines Perfektionsstrebens schon einmal selbst „im Weg gestanden hat“?

Falls Sie mal selbst in eine Art Perfektions-Sackgasse geraten sollten (nur mal angenommen), welcher Satz könnte Ihr „Erlauber“ sein, um aus dieser wieder herauszukommen?

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

#wochenendimpuls

#selbstreflexion

#wegbegleiter2024

„Ich möchte glücklich sein!“ , sagte meine Coachingnehmerin, als ich Sie nach ihrem Coachingziel für unsere Zusammenarbeit fragte. An diesen Moment musste ich sofort denken, als ich das Zitat von Herrn Schmid las.
Wer möchte das nicht – glücklich sein. Das ist doch ein so menschliches Bedürfnis, so nachvollziehbar und so anerkennenswert. Wollen wir nicht alle glücklich sein?
Doch mit dem Glück ist das wie mit der Freude, beides können keine Dauerzustände sein. Wenn wir immer glücklich sind oder immer Freude empfinden, welchen Wert haben dann diese Gefühle noch? Wie schön es ist Freude zu empfinden oder auch glücklich zu sein, das wissen wir doch gerade erst dadurch, dass wir gelernt haben, wie es sich anfühlt, wenn alles freudlos ist bzw. ich mich unglücklich fühle. Nur der Unterschied zwischen beiden Gefühlszuständen gibt Glück und Freude überhaupt einen Wert. Als absolute Ziele im Sinne von „ich möchte immer…“ sind sie wertlos.

Nun habe ich das schon häufiger erlebt und meine Klienten können meine Einwände meist sehr gut nachvollziehen. Wenn wir dann am Ende der Zielfindung zu Formulierungen wie etwa:

„Ich möchte so oft wie möglich glücklich sein…“ oder
„Ich möchte so viel Freude wie möglich in meinem Leben empfinden…“,

gelangen, dann ist das wunderbar. Sie zu erreichen ist immer noch schwer genug.

Mein Erleben gestalte ich schließlich selbst, vollkommen eigenverantwortlich und ob mit meinem Erleben positive Gefühle wie Freude oder Glück verbunden sind, das entscheide ich ebenfalls ganz alleine. Genau diese Suchprozesse sind es, die unser Leben bestimmen. Dabei müssen viele Menschen häufig erst lernen, was ihnen Freude bereitet. Müssen lernen, sich an Kleinigkeiten zu erfreuen, die kleinen Glücksmomente wahrzunehmen. Von vielen meiner Klienten höre ich im Laufe der Zusammenarbeit dann z.B. Sätze wie diesen:

„Ich habe immer groß gedacht, die perfekte Lösung der Situation gesucht, alles andere machte mich nicht froh. Jetzt achte ich viel mehr auf die kleinen Dinge.“

Ein Beispiel dazu: Petra, eine Führungskraft im klassischen Mittelmanagement und damit in der berüchtigten „Sandwichposition“ suchte in der Zusammenarbeit mit mir nach der perfekten Work-Life-Balance. Anfangs musste in ihrer Vorstellung alles perfekt durchorganisiert sein: zweimal die Woche Sport, einmal „Mädelsabend“, am Wochenende Haushalt usw. . Das hat – Sie ahnen es schon – nicht funktioniert und so war sie lange unzufrieden. Ich greife vor und zitiere mal einen Satz, den Sie ziemlich zum Ende unserer Zusammenarbeit gesagt hat und der gut verdeutlicht, welchen Umdenkprozess die Suche nach den kleinen Dingen, die für sie Glück und Freude bedeuten, bei ihr ausgelöst hat:

„Heute kann ich die 15 Minuten Mittagspause in der warmen Sonne am Seeufer mit einem leckeren Kaffee und dem Zwitschern der Vögel total genießen. Ich komme dann kraftvoll und erfüllt an meinen Arbeitsplatz zurück.“

Solche Momente sind es oft, die uns Freude bereiten, wir müssen sie nur sehen. Und wir müssen natürlich gelernt haben, was – ganz konkret – es denn ist, das uns Freude und Glück empfinden lässt.

Also begeben Sie sich auf die Suche, dazu kann ich Sie nur einladen. Freude und Glück sind keine Dauerzustände, wir können nicht immer glücklich oder voller Freude sein. So oft wie möglich aber können wir das schon. Und – wir haben es selbst in der Hand!

Was erfüllt Sie mit Freude?

Was zaubert Ihnen immer ein kurzes Lächeln ins Gesicht?

Was bedeutet Glück für Sie?

Wann war Ihr letzter Glücksmoment? Haben Sie ihn bewusst genossen?

#zufriedenheit

#coaching

#wegbegleiter2024

Viele von Ihnen sind sicher schon einmal geflogen und erinnern sich bestimmt an die Sicherheitshinweise, die freundliche Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter immer vor dem Abflug vermitteln:

„Im unwahrscheinlichen Fall eines Druckabfalls in der Kabine fallen automatisch Sauerstoffmasken aus dem Panel über Ihnen. Ziehen Sie eine Maske über Mund und Nase, atmen Sie ruhig und gleichmäßig, danach helfen Sie mitreisenden Kindern und Hilfsbedürftigen.“

Es ist der gleiche Ansatz, den auch Herr Schmid uns näherbringen will. Erst geht es um uns, dann können wir anderen helfen. Das hat mit Egoismus nichts zu tun, sondern folgt nur der Logik, dass helfen nur derjenige kann, dem es selbst gut geht.

„Aber das ist doch selbstverständlich!“, möchten Sie mir zurufen. Bitte, sehr gerne, ich freue mich, wenn das für Sie so ist. Die Erfahrungen aus der Praxis sehen leider allzu häufig anders aus.

Am einfachsten wird das am Beispiel der Überstunden deutlich. Wenn etwas nicht funktioniert, also ich mit meiner Arbeit in der Arbeitszeit nicht fertig werde, dann tue mehr vom gleichen – also mache ich Überstunden. So erlebe ich das fast überall. Erst kürzlich berichtete mir ein Produktionsleiter, er müsse aktuell wieder 10 Stunden am Tag arbeiten, weil „es“ (er meinte seine tägliche Arbeit) nicht zu schaffen sei. Ist das ein erfolgversprechender Ansatz? In wenigen Fällen, in denen es sich um einen temporär und zeitlich klar befristeten erhöhten Arbeitsanfall handelt, vielleicht. Grundsätzlich sicher nicht. Wenn etwas nicht funktioniert, versuche etwas anderes. Diese im Coaching übliche Maxime klingt da schon viel erfolgversprechender. Überstunden sind auf Dauer jedenfalls keine Lösung.

Allzu oft erlebe ich, um wieder etwas allgemeiner zu werden, dass meine Klienten sehr schnell bereit, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, auf eigene Erholungszeiten zu verzichten oder eigene Hobbies auszusetzen. Kurzfristig mag das alles hilfreich und anerkennenswert sein, geleitet von edlen Motiven ist es auf jeden Fall. Das Problem ist nur, dass viele Menschen ihre eigenen Grenzen nicht kennen oder zumindest nicht verlässlich abschätzen können, wie lange und wie weit sie diese zu ihren Ungunsten verschieben können. Und wer das nicht kann, läuft Gefahr sich zu überfordern, selbst in die physische oder psychische Krise zu geraten und dann auch anderen nicht mehr helfen zu können.

Deshalb ist es unerlässlich: Schützen Sie sich, danach helfen Sie anderen.

Interessanterweise zeigt sich ähnliches auch im Bereich der Führung von Mitarbeitenden, was Alfred Herrhausen einmal in folgendem Satz zusammenfasste: „Wer sich selbst nicht zu führen vermag, der kann auch andere nicht führen.“ Ich möchte das hier nicht vertiefen, aber es beginnt immer bei uns – auch in Sachen Führung.

Wie gut können Sie Ihre Belastungsgrenzen spüren?

Was tun Sie, wenn diese erreicht sind?

Welche Lösungsansätze – außer „mehr vom Gleichen“ verfolgen Sie regelmäßig?

Was tun Sie für sich, um Ihre eigene Belastbarkeit möglichst auf hohem Niveau stabil zu halten?

#zufriedenheit

#coaching

#wegbegleiter2024

Vielleicht sind ja Philosophie und Coaching viel enger miteinander verbunden, als mir dies bisher bewusst war. In einem sehr bemerkenswerten Interview im Spiegel (Ausgabe 1/2024) habe ich jedenfalls eine Reihe von Aussagen des Philosophen Wilhelm Schmid gefunden, die eng mit meiner Arbeit als Coach verbunden sind. Die nächsten vier Wochen möchte ich also meine Montagsimpulse dazu nutzen, Ihnen seine Aussagen und meine Gedanken dazu näherzubringen.

Seit vielen Jahren stellt der Umgang mit besonderen Belastungssituationen – mache verwenden auch gerne den Begriff Burn Out – einen Schwerpunkt meiner Arbeit dar. Viele Menschen empfinden die Krisen der letzten Jahre als zusätzliche Herausforderungen, die gepaart mit den ohnehin hohen Ansprüchen, die der Job und/oder die Familie an Sie stellen, zunehmend eine Überforderung darstellen. Corona mit seinen zahlreichen Auswirkungen und notwendigen Veränderungen, Krieg in Europa mit den damit verbundenen Ängsten und eine aufflammende Inflation, die viele Menschen bislang nur als theoretischen Begriff aus volkswirtschaftlichen Lehrbüchern kannten.

Im Ergebnis zeigen viele meiner Klienten klassische Überforderungssymptome, die sie allein nicht mehr steuern können. Die negativen Auswirkungen auf die Menschen sind dabei recht unterschiedlich. Während manche schlicht körperlich zusammenbrechen, ziehen sich andere immer mehr in die Isolation zurück, brechen soziale Kontakte ab und vereinsamen.

In solchen Situationen strebe ich der Zusammenarbeit zunächst immer eine Stabilisierung an. Wir suchen gemeinsam einen Ort, an dem sich meine Klienten behütet, geschützt und sicher fühlen. An diesem Ort kann dann sehr gut begonnen werden, nach Kraftquellen zu suchen. Was stärkt mich? Was tut mir gut? Was habe ich vernachlässigt und was will ich – nur für mich und mein Wohlbefinden – ab sofort wieder tun? Das ist keineswegs so simpel, wie es hier auf dem Papier vielleicht klingt. Viele Menschen haben zunächst gar keine Antworten auf diese Fragen und die Suche nach den Kraftspendern braucht häufig viel Zeit.

Erst am Ende dieser Phase, wenn Sicherheit und Energie wieder über einen Zeitraum erlebt wurden, kehrt die Gelassenheit zurück. An diesem Punkt ist dann schon viel gewonnen und jetzt können wir gemeinsam beginnen, die bisherigen Krafträuber zu identifizieren und den Umgang mit ihnen neu zu ordnen. Krafträuber haben wir immer, sie alle zu beseitigen ist in der Regel nicht möglich. Es muss also darum gehen, den Umgang mit Ihnen so zu gestalten, dass wir gut mit Ihnen leben können.

Gelingt dies, dann ist es für meine Klienten meist auch gut möglich gewesen, die Position der Gelassenheit und Sicherheit wieder zu verlassen und die Dinge wieder kraftvoll anzugehen. Die Herausforderung, dabei stets die eigene Grenzen im Blick zu behalten und zu respektieren, bleibt auch dann selbstverständlich erhalten. Das Bewusstsein rechtzeitig wieder einen Schritt zurück- und vielleicht doch noch einmal auf die Insel der Gelassenheit zu gehen bevor wieder eine Überforderungssituation eintritt, wird in diesen Prozessen meist gut geschärft, so dass die Handlungskompetenzen der Klienten im Hinblick auf ihre Selbststeuerung spürbar zunehmen.

Ganz im Sinne von Herrn Schmid ist also der Wechsel zwischen den Positionen der Gelassenheit und der Herausforderungen ein wesentlicher Teil der Coachingarbeit.

Vor welchen großen Herausforderungen stehen Sie aktuell?

Wie fühlt es sich an – eher nach Überforderung oder eher nach gut machbar?

Wo ist ihre Insel der Gelassenheit?

Was sind ihre Kraftquellen und pflegen Sie diese regelmäßig?

Woran erkennen Sie rechtzeitig, dass es wieder einmal Zeit für ihre Insel der Gelassenheit ist?

#zufriedenheit

#coaching

#wegbegleiter2024

Der MP Impuls zur Selbstreflexion vom 08.12.2023

Schon eine ganze Weile hörte ich nun meinem Klienten zu, der seine aktuelle Situation zusammenfasste. Es war spürbar anders als an den meisten Coachingtagen. Sein Tonfall war abgehackt, er sprach schnell, eine gewisse Aggressivität lag immer wieder in seiner Stimme. Er schimpfte phasenweise regelrecht und machte dabei so eine Art „Rundumschlag“:
„Meine Mitarbeitenden…, die Kunden…, meine Frau…, meine Tochter und ja auch über mich selbst habe ich mich geärgert.“ So ging das minutenlang und ich ließ ihn reden.

„So, das war jetzt mal abladen“, sagte er schließlich und holte tief Luft. Wahrscheinlich hatte er einen ernsten Gesichtsausdruck bei mir erwartet, als er offenbar bemerkte, dass ich lächelte. Ich glaube, er ahnte zumindest unbewusst schon, was gleich kommen würde.

„Abladen beim Coach ist vollkommen ok, dafür bin ich da.“, entgegnete ich. „Ich hoffe, es geht Dir jetzt besser und habe zwei Fragen an Dich: „Womit möchtest Du anfangen und wie viele Coachingsitzungen hast Du Dir vorgestellt, um all die Themen aufzuarbeiten, die Du in den letzten 15 Minuten aufgerufen hast?“

Er lachte kurz, denn es war klar, dass meine Fragen so nicht ernst gemeint waren. Wenn – wie an diesem Tage bei meinem Klienten – alle und alles ein Problem und nur nervig zu sein scheinen, dann ist das in den allermeisten Fällen ein deutliches Signal für eine andere Problemlage. Ich war mir mit meiner Arbeitshypothese ziemlich sicher. Es war offenbar gerade alles zu viel, zu viele Baustellen, zu viel Stress, zu viele Themen und zu viele Energieräuber und der „Akku“ war leer. Die ein oder andere Geschichte, die mein Klient gerade erzählt hatte, war eindeutig eine Lappalie, die ihn im kraftvollen Arbeitsmodus nicht tangiert hätte. Ich kannte ihn schon länger und war mir ziemlich sicher, dass er in den letzten Wochen mal wieder viel zu viel gearbeitet hatte, auf alle Hobbies und alles, was ihm sonst noch guttat und die Akkus auffüllte, verzichtet hatte.

Ich bat ihm zum Fenster und wir lehnten uns entspannt dagegen. „Charly!“, sprach ich in an. „Du bist ja mein erfahrener Beraterfreund, Du bist schon weit über 80 Jahre alt, Du hast alles gesehen, Du bist klug und weise und Du hast mir und meinen Kunden schon so oft weitergeholfen. Schön, dass Du heute mal wieder da bist und zugehört hast. Darf ich Dich um Deine höchst professionelle und kompetente Meinung bitten. Was ist denn das bei Heiner (so hieß mein Klient) los?“

Ich schaute Heiner an und er lächelte zurück. Er kannte diese Intervention mit dem „Berater Charly“ bereits aus unserer früheren Zusammenarbeit und der Status mit etwas mehr Distanz zum Geschehen, bei dem er gleichzeitig klug und sogar weise war, tat ihm immer gut.

„Ich würde sagen, da hats mal wieder einer gründlich übertrieben, zu viel gearbeitet, auf alles schöne zu lange verzichtet und ist in allerersten Linie jetzt mal wieder genervt von sich selbst. Alle anderen scheinen mir eher so zu sein, wie sie immer sind.“

Ach, danke Charly – so einfach ist manchmal die Welt.

Und so war es denn an diesem Tage auch, mein Klient, den ich schnell wieder bat als Heiner auf seinem Stuhl Platz zu nehmen, hatte es selbst ausgesprochen. Er selbst war sein Problem und das beinhaltete natürlich auch die großartige Erkenntnis, dass er selbst auch der Schlüssel zur Lösung war. Die Aufarbeitung ging denn auch gut von der Hand.

Einen solchen Zustand erlebe ich bei meinen Klienten immer wieder. In sogenannten „Stressphasen“ vernachlässigen sie sich selbst und das obwohl in meinem ganzheitlichen Coachingansatz auch immer die Bearbeitung des „Ich-Feldes“ ein wesentlicher Aspekt ist. Was tue ich nur für mich? Was ist meine Berufung, wofür bin ich da? Was macht mich glücklich, was schenkt mir Kraft? Wissen tun meine Klienten das zumindest nach der Arbeit mit mir eigentlich immer – sie vergessen es sozusagen. Dann wird der Akku nicht mehr aufgeladen, ist irgendwann leer und die große allgemeine Unzufriedenheit setzt ein.

Heiner brauchte ich an diesem Abend gar nicht weiter zu fragen, er sprudelte los.

„Ja Mario, Du hast ja Recht: Ich war seit Wochen nicht mehr bei meiner Skatrunde. Laufen geht bei dem Wetter auch gerade nicht, ja sag nichts, ich weiss, ist eine Ausrede. Und meine guten Freunde habe ich auch schon lange nicht mehr getroffen.“

„Dein „Ich Feld“ ist also…“, begann ich den Satz. „Leer!“, kam es von Heiner, wie aus der Pistole geschossen.

Also schrieb er auf, was er in den nächsten Wochen konkret tun wollte, um seinen Akku aufzuladen. Ein Versprechen an sich selbst.

Wir sprachen noch kurz über die vielen Themen, die aus ihm herausgesprudelt waren und filterten die heraus, über die wir wirklich im Coaching reden mussten. Es waren nur zwei.

Mit Heiner war es an diesem Tag für mich nicht schwer, ihn wieder auf den „rechten Weg“ zu bringen. Manchmal aber erlebe ich auch Menschen, die die Frage „Was tut Dir gut?“ gar nicht beantworten können. Das „Ich-Feld“ war so lange leer, dass ihnen nicht klar ist, was sie tun müssen, um ihren Akku wieder aufzuladen. Deshalb ist das in meiner Arbeit fast immer ein ganz wesentlicher Bestandteil: finde Deine Kraftquellen, suche die Möglichkeiten, sie zu pflegen und lade den Akku regelmäßig auf. Über sich selbst kann man bekanntlich nie genug wissen – allen voran sollten wir wissen, was uns guttut.

Wie ist das also gerade bei Ihnen? In welchem Gesamtzustand sind sie aktuell – eher sehr ausgeglichen oder geht Ihnen momentan alles „auf den Geist“?

Was füllt Ihr „Ich-Feld“ und wie regelmäßig nehmen Sie sich Zeit dafür?

Was – ganz konkret – wollen Sie in der kommenden Woche tun, um Ihren Akku mal wieder aufzuladen?

Dies ist mein letzter Impuls für 2023 und so wünsche ich Ihnen allen nicht nur ein schönes Wochenende sondern auch eine schöne Vor- und Weihnachtszeit und alles Gute für 2024!